Wien/Melbourne. Immungeschwächte Menschen hätten wohl gerne mehr davon: Einen entscheidenden Faktor für die Regulation Antikörper-erzeugender Plasmazellen haben Forscher des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien identifiziert. Sie berichten darüber in "Nature Immunology".

Plasmazellen sind weiße Blutkörperchen, die aus B-Zellen hervorgehen. Sie sind die ausführenden Organe eines Teils der Immunantwort des Körpers. Sie erzeugen Antikörper, die in großer Menge an das Blut abgegeben werden und somit schädliche Eindringlinge im Körper markieren oder neutralisieren. Eine aktive Plasmazelle kann bis zu 10.000 Antikörpermoleküle in der Sekunde produzieren und ins Blut einschleusen. Die Zellen sind vollgepackt mit Membran-umhüllten Bläschen, die für die Entstehung und Sekretion der Antikörper verantwortlich sind.

Blimp1 steuert Antikörper


Damit Plasmazellen entstehen, müssen B-Zellen durch körperfremde Stoffe (Antigene) aktiviert werden. Die zunächst gebildeten Plasmablasten wandern in das Knochenmark und überdauern dort viele Jahre bis Jahrzehnte. Auf diesem immunologischen Gedächtnis der Plasmazellen beruht auch der anhaltende Schutz von Impfungen.

Ein Team um Meinrad Busslinger, stellvertretender Direktor des IMP, fand einen wichtigen Schlüssel zur Funktion von Plasmazellen. Die Forscher konnten die Wirkungsweise des Faktors Blimp1 als zentralen Regulator der Plasmazellentwicklung entschlüsseln. An Mauszellen wurden am IMP alle Gene identifiziert, die an der Bildung beteiligt sind. "Wir fanden, dass mehr als die Hälfte dieser Gene von Blimp1 reguliert werden", so Studienautorin Martina Minnich. Meinrad Busslinger fügt hinzu: "Der Faktor Blimp1 kontrolliert die meisten essenziellen Funktionen von Plasmazellen. Ohne Blimp1 gibt es keine Antikörper-vermittelte Immunität."