Newark/Wien. (gral) Die Wanderlibelle mit einer Größe von rund fünf Zentimetern scheint ein Überflieger zu sein und wurde von US-Wissenschaftern der Rutgers University in Newark zum weltweiten Champion der Langstreckenfliegenden erkoren. Die Libelle schwirrt tausende an Kilometern über Ozeane hinweg, um von Kontinent zu Kontinent zu gelangen, so die Forscher im Fachblatt "Plos one".

Diese Fähigkeit liege in ihren Genen verborgen, wie die Biologen berichten. Sie fanden heraus, dass manche Populationen dieser Libellenart (Pantala flavescens) auf der ganzen Welt ähnliche Genprofile aufweisen - ob in Kanada, Japan, Indien oder Südamerika. Angesichts ihrer Größe erscheinen diese Wegstrecken als außerordentlich lang. Das Genpool sei so durchmischt, dass die Migration die einzige Begründung dafür liefert.

Wind zur Fortbewegung


"Das ist das erste Mal, dass jemand in den Genen nachgesehen hat, wie weit diese Insekten gereist sind", erklärt Jessica Ware von der Rutgers University. Würden sich nämlich amerikanische Wanderlibellen nur mit ihresgleichen, aber auch die japanischen Verwandten nur mit ihresgleichen fortpflanzen, würde es eben diese Gendurchmischung nicht geben, so das Argument der Forscher. Für ihre Fortbewegung nutzen die Tiere den Wind, wie die Biologen herausfanden. Dieser trägt sie lange Wegstrecken durch die Luft, wobei sie nur eine minimale Menge an Energie aufwenden müssen.

Die Libellen scheinen dem Wetter zu folgen, wie Daniel Troast vom Ware’s Lab der University of Georgia betont. "Sie verlassen Indien während der Trockenzeit und reisen nach Afrika in die Regenperiode - und das offensichtlich einmal im Jahr." Die Evolution hat aus den Wanderlibellen demnach richtige Weltenbummler gemacht.