Wien. Das Aussterben der Fischsaurier vor 93 Millionen Jahren hängt vermutlich mit einem Klimawandel zusammen. Damals nahm die Vielfalt der Ichthyosaurier-Arten ab, zudem erlahmte die evolutionäre Entwicklung der Gruppe, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Nature Communications".

Fischsaurier hatten eine ähnliche Körperform wie heutige Delfine und viele kleine, spitze Zähne in der schnabelartigen Schnauze. Sie stammen von echsenartigen Landtieren ab und mussten zum Luftholen auftauchen. Sie verschwanden 30 Millionen Jahre vor dem großen Massensterben am Ende der Kreidezeit, bei dem die Dinosaurier ausstarben und die Blütezeit der Säugetiere begann. Zu den Gründen vermuten manche Experten, dass andere marine Reptilien den Ichthyosauriern Konkurrenz machten oder dass ihre Beute verschwand.

Umweltveränderungen vor
100 Millionen Jahren


Valentin Fischer von der Universität Oxford und seine Kollegen halten eine andere Ursache für wahrscheinlich. Sie haben den Artenreichtum unter den Fischsauriern neu bewertet und die Ergebnisse mit Umweltdaten in Verbindung gesetzt - etwa Höhe des Meeresspiegels, Sauerstoffgehalt und Wassertemperatur.

In der frühen Kreidezeit war die Vielfalt unter den Fischsauriern am höchsten. Vor 100 Millionen Jahren kam es dann plötzlich zu einer drastischen Reduzierung der Artenvielfalt. Klima-Unbeständigkeiten erklärten das Verschwinden der Ichthyosaurier in der Analyse am besten, so die Forscher. Es sei bekannt, dass das Klima vor gut 90 Millionen Jahren extrem gewesen sei: Die Pole waren eisfrei, der Meeresspiegel hoch, das Wasser überdurchschnittlich warm und sauerstoffarm. Das Aussterben der Ichthyosaurier sei nur ein Aspekt von umfassenden Veränderungen in marinen Ökosystemen.