Schimpansen-Genom soll helfen, Malaria zu verstehen. - © ap
Schimpansen-Genom soll helfen, Malaria zu verstehen. - © ap

Pennsylvania/Wien. Den tatsächliche Ursprung neu auftretender, aber auch bereits bestehender Infektionserkrankungen des Menschen zu verstehen, ist sowohl für die Risikoabschätzung, als auch die Entwicklung neuer Therapien und Präventionsmaßnahmen von entscheidender Bedeutung. Dies gilt auch für Malaria, deren Erreger jährlich mehr als 500.000 Menschen das Leben kostet. Symptome wie zum Beispiel Blutarmut wurden mit der Fähigkeit des Parasiten, infizierte rote Blutzellen hervorzurufen, die im Inneren der Blutgefäße haften bleiben, in Zusammenhang gebracht.

Ein internationales Team von der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania hat deshalb zwei verschiedene Plasmodienspezies aus dem Blut von Schimpansen sequenziert. Darin finden sich Hinweise über die Evolution und Pathogenität (die Fähigkeit eines Organismus, Krankheit zu verursachen) von Plasmodium falciparum, dem tödlichsten Malariaerreger, wie die Wissenschafter im Fachblatt "Nature Communications" schreiben.

Afrikanische Affen beherbergen sechs verschiedene Plasmodien-Spezies, drei davon sind in Schimpansen, die restlichen, darunter Plasmodium falciparum, in Gorillas zu finden. "Wir wollen wissen, warum genau dieser Erreger so tödlich ist", so die Mikrobiologin Beatrice Hahn.

Antwort liegt im Genom


Die Antwort müsste im Genom liegen, so die Forscherin. Die Frage ist auch, wann der Erreger erstmals auf den Menschen übertragen worden ist. Erste Hinweise wurden gefunden. Parasiten, die sowohl den Menschen als auch große Affen befallen, teilen Gene, die es ihnen erlauben, vom Immunsystem unerkannt zu bleiben.

Weitere Forschungen folgen. Die Evolution der Erreger zu verstehen, erlaubt den Wissenschaftern neue Ansatzpunkte für Medikamente und Impfungen zu entwickeln.