Warschau. Ungeachtet des Widerstands von Umweltschützern hat die polnische Regierung grünes Licht dafür gegeben, dass in Europas letztem Urwald massiv Bäume gefällt werden können. Umweltminister Jan Szyszko begründete die Entscheidung am Freitag damit, dass so die Verbreitung eines schädlichen Borkenkäfers im Wald von Bialowieza gestoppt werden solle.

Er versicherte zugleich, dass der von der Unesco geschützte Teil des Waldes nicht betroffen sein werde.

Nach den von der Regierung genehmigten Plänen sollen im Wald von Bialowieza im Zeitraum von zehn Jahren mehr als 180.000 Kubikmeter Holz geschlagen werden. Das sind deutlich mehr als die bisher geplanten 40.000 Kubikmeter. Gegen die Regierungspläne hatte unter anderem die Umweltschutzorganisation Greenpeace mobil gemacht.

Der Wald von Bialowieza gilt als Europas letzter Urwald. Er erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Ein Teil der Wälder sind Schutzgebiet und zählen zum Weltnaturerbe der UN-Wissenschafts- und Kulturorganisation Unesco.

Im gesamten Wald sind 20.000 Spezies zu Hause, darunter 250 Vogelarten und 62 Säugetiere - wie zum Beispiel Europas größter Säuger, der Wisent. Auch Europas größte Bäume, die 50 Meter hoch sind, stehen in Bialowieza.