Wien. Der Klimawandel hat deutliche Auswirkungen auf die Biodiversität. Wie Wissenschafter im Fachblatt "Science" berichten, konnte in einer groß angelegten Studie mit 525 Vogelarten erstmals nachgewiesen werden, dass Vogelpopulationen auf zwei verschiedenen Kontinenten, in Europa und den USA, in ähnlicher Weise auf die Veränderung des Klimas reagieren.

Seit Jahrzehnten werden, etwa von Vogelschutzorganisationen, Daten über die Bestände einzelner Vogelarten erhoben. "Angesichts dieser Datenfülle, die teilweise 35 Jahre zurückreicht, konnten wir Analysen durchführen, die für andere Tiergruppen nur sehr schwer oder gar nicht möglich sind", erklärte einer der Ko-Autoren, Norbert Teufelbauer von BirdLife Österreich.

Mehr Stare und Türkentauben


In der von Philip Stephens von der Durham University geleiteten Studie haben die Forscher anhand von Verbreitungsdaten der verschiedenen Vogelarten und Klimadaten Prognosen gemacht, welche der 145 in Europa und 380 in Nordamerika erfassten Arten zwischen 1980 und 2010 zu den Gewinnern des Klimawandels zählen - etwa durch Vergrößerung ihres Lebensraums - und welche durch die Veränderungen verlieren. In Österreich wurden bei Star, Türkentaube und Nachtigall eine deutliche Zunahme der Bestände registriert. Abgenommen hat hingegen die Zahl der Wintergoldhähnchen, Wacholderdrosseln oder Fitis.

Als Nebenergebnis der Untersuchung wurde für Länder im Alpenraum aufgezeigt, dass der Klimawandel theoretisch für viele Vogelarten positiv ist, da sich die Lebensräume für die Arten in höhere Lagen vergrößern. Zu den Verlierern zählen aber deutlich Vogelarten, die speziell an kalte, feuchte, schneereiche Bedingungen angepasst sind, wie das Alpenschneehuhn oder der Raufußkauz.