Boston. Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß. Zu dem Schluss kommen Forscher aufgrund zweier Langzeitstudien. Demnach sei die Aufnahme von tierischem Eiweiß mit einem höheren Sterberisiko verbunden als die von pflanzlichem, wie Wissenschafter um Mingyang Song von der Harvard Medical School in Boston im Fachblatt "Jama Internal Medicine" berichten.

In der Studie waren die wichtigsten Quellen für tierische Proteine verarbeitetes und unverarbeitetes Rinder- und Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Milchprodukte, Fisch und Eier. Pflanzliches Eiweiß stammte vor allem aus Brot, Getreide, Nudeln, Nüssen, Bohnen und Hülsenfrüchten. Die Forscher nutzten die Daten von Studien, die die Gesundheit und die Ernährungsgewohnheiten von Berufstätigen im Gesundheitssektor aufzeichneten. Sie werteten Datensätze von 85.000 Frauen und 46.000 Männern aus.

Umstellung lohnt sich

Während des erforschten Zeitraums starben rund 36.000 Teilnehmer. Die Forscher setzten die Ernährungsdaten in Bezug zu den Todesursachen und fanden einen Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Menge an tierischem Protein und dem Sterberisiko. Bei Übergewichtigen und jenen, die viel Alkohol tranken, war der Zusammenhang demnach besonders ausgeprägt.

Das Ergebnis der Studie in Zahlen: Wenn der Anteil an tierischem Protein um zehn Prozent im Verhältnis zur gesamten Kalorienaufnahme zunimmt, erhöht sich das Sterberisiko allgemein um zwei Prozent, das Risiko, an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben, sogar um acht Prozent. Im Gegensatz dazu sinkt das Sterberisiko um zehn Prozent, wenn drei Prozent mehr pflanzliches Protein in der Nahrung enthalten sind. Lohnen dürfte sich besonders die Nahrungsumstellung von verarbeitetem Rinder- und Schweinefleisch sowie Ei auf pflanzliche Proteine.