Doch warum glauben Menschen Aussagen, die Naturgesetzen widersprechen? Die sich mittels Internetrecherche binnen Sekunden widerlegen lassen? "Menschen funktionieren nicht auf rationaler Basis", sagt Ulrike Schiesser von der Bundesstelle für Sektenfragen. "Sie werden vielmehr von ihren Emotionen gesteuert. Die Esoterik erfüllt da ganz viele Bedürfnisse, etwa das Bedürfnis nach Sicherheit." Dass momentan eine generelle Angststimmung in der Gesellschaft herrsche, komme der Esoterik zugute, sagt die Psychotherapeutin. Fühlt man sich verunsichert oder bedroht, sind Produkte wie die Akasha-Säule ein attraktives Angebot: Sie suggerieren, dass man auf einfachem Weg sein Wohlbefinden steigern kann. Wissenschaftliche Widersprüche treten dann in den Hintergrund: "In solchen Situationen ist es viel wichtiger, dass einem jemand eine Lösung für sein Problem bietet. Argumente, die dagegen sprechen, schiebt man weg und sagt, die Wissenschaft weiß ja nicht alles."

Solche Gedankenmuster können nicht nur Geld kosten, sondern mitunter das Leben: Etwa im Fall der leukämiekranken Eleonora Bottaro, deren Eltern auf den "Wunderheiler" Ryke Geerd Hamer vertraut und ihrer minderjährigen Tochter die Chemotherapie verweigert hatten. Die inzwischen 18-jährige Italienerin ist vor wenigen Wochen gestorben. Schon 1995 sorgte der ehemalige deutsche Arzt Hamer mit einem ähnlichen Vorfall in Österreich - dem "Fall Olivia" - für internationale Schlagzeilen. Es stehen Haftbefehle in mehreren europäischen Ländern gegen ihn aus. Nun ist er Anwärter auf das "Goldene Brett", das auch Gefahren aufzeigen soll: "Unser Ziel ist, nicht nur Kurioses hervorzuheben, sondern das ganzes Spektrum abzudecken. Deshalb bewerten wir Einreichungen auch nach den Kriterien der kommerziellen Nutzung, Gefährlichkeit und Verbreitung", sagt Horak.

Spaß mit Ernst

Ob Privatkonkurs oder gar der Tod, Pseudowissenschaften können gravierende Auswirkungen haben. Das wirft die Frage auf, ob es angebracht und zielführend ist, hierzu ein Satireevent zu veranstalten. Horak verteidigt den Preis als Vehikel für eine breite Öffentlichkeit: "Artikel darüber, wie gefährlich Pseudowissenschaften sind, erwischen immer die gleiche Gruppe. Wir versuchen, mit einem humoristischen Seitenhieb Personen zu erreichen, die sonst nicht mit der Thematik in Berührung kommen würden", sagt er.

Ulrike Schiesser schlägt in dieselbe Kerbe: "Wenn es einen Bereich in der Demokratie gäbe, über den man keine Satire machen darf, würde ich mir schon sehr Sorgen machen." Es komme aber darauf an, an wen sich die Satire richtet: Über hilfesuchende Personen, die der Pseudowissenschaft verfallen, dürfe man sich keinesfalls lustig machen. Über die Dampfplauderer, die sich daran bereichern, aber sehr wohl.