Nashville/Wien. (gral) US-Forscher haben einen menschlichen monoklonalen Antikörper isoliert, der im Mausmodell eine Zika-Infektion "merkbar reduziert", wie sie im Fachblatt "Nature" berichten. Der Antikörper namens ZIKV-117 schützt überdies den Fötus in trächtigen Tieren vor dem Virus. Die am meisten gefürchtete Konsequenz einer Zika-Infektion ist die Entwicklung einer sogenannten Mikrozephalie, bei der die Babys mit einem zu kleinen Kopf zur Welt kommen, oder andere angeborene Missbildungen beim heranwachsenden Kind.

"Dabei handelt es sich um die erste antivirale Substanz, die gezeigt hat, dass sie bei Schwangeren den Fötus vor dem Zika-Virus schützen kann", betont Michael Diamond von der Washington University School of Medicine. Dies sei der Machbarkeitsbeweis dafür, dass das Zika-Virus während der Schwangerschaft heilbar sei. "Und wir verfügen bereits über einen menschlichen Antikörper, der heilt, zumindest in Mäusen", so der Wissenschafter in der Publikation.

Neues Design für Impfstoff

Den Forschungen zufolge reduziert ZIKV-117 nicht nur die Übertragung von der Mutter auf den Fötus, sondern neutralisiert auch jene Viren die den Nachwuchs erreichen. Ein Mehr an präklinischer Forschung ist nun nötig, um zu sehen, ob dieser oder ähnliche Antikörper auch im Menschen ihre Wirkung zeigen, betonen die Forscher. Sollte sich dies bewahrheiten, hätte man ein Mittel in der Hand, um schwangere Frauen effektiv zu schützen. Des weiteren muss noch erforscht werden, ob der Antikörper auch in der Lage ist, das Virus in anderen Körperbereichen zu eliminieren. Mittlerweile ist bekannt, dass der Erreger etwa auch im Sperma und der Tränenflüssigkeit nachweisbar ist. Die nun erzielten Forschungsergebnisse könnten zusätzlich auch das Design eines Impfstoffes beeinflussen, der vor dem Zika-Virus schützen soll.