Wien/Bregenz. Bei jenen fünf verendeten Wildvögeln, die zuletzt in Vorarlberg am Bodensee entdeckt worden waren, wurde der gefährliche Vogelerreger-Subtyp H5N8 nachgewiesen. Ebenso wie bei bisher aus Deutschland bekannt gewordenen Tieren handle es sich um die hochpathogene Variante, bestätigte Philipp Lindner, Sprecher von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, am Mittwoch. Dies haben Untersuchungen am Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der Ages in Mödling ergeben.

Als erste Maßnahme sei nunmehr gemäß der vorgesehenen Vorkehrungen beim Auftreten von Geflügelpest bei Wildtieren eine Verordnung in Vorbereitung, die am Donnerstagvormittag nach Abstimmung mit den Nachbarländern Deutschland und Schweiz kundgemacht werden soll. Zum Schutz des heimischen Hausgeflügels werde in einer noch nicht näher definierten Zone rund um das betroffene Gebiet eine Stallpflicht für Geflügel erlassen werden, kündigte Lindner an.

Nach Schätzung des deutschen Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart sind am gesamten Bodensee bisher 70 bis 80 tote Vögel - vorwiegend Reiherenten - gefunden worden. Die Zahl beinhalte auch die Funde in Österreich und in der Schweiz.

Gefahr nur für Geflügel

Das Ministerium sei derzeit auch mit den zuständigen Behörden in der Schweiz und in Österreich in Kontakt, um mögliche Schutzmaßnahmen zu besprechen. "Der Schutz der Betriebe steht im Mittelpunkt", betonte eine Sprecherin der Deutschen Behörde. Es gehe darum, sinnvolle, aber nicht überzogene Maßnahmen zu treffen.

Nur bei hochpathogenen Varianten sprechen die Experten von der Geflügelpest. Diese sind eine große Gefahr für Geflügelbestände und können zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen. Bestimmte Stämme können auch bei Menschen schwere Erkrankungen auslösen - vor allem der gefürchtete Subtyp H5N1, dem schon mehr als 400 Menschen erlagen, aber auch der Typ H7N9.

H5N8 gehört nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht dazu. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung "theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich".

Höchste Priorität habe jetzt, die Ausbreitung der Tierseuche auf den Hausgeflügelbestand zu verhindern, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Aufgrund der Häufung von bestätigten Fällen in Europa sei auch außerhalb des derzeit betroffenen Gebietes um den Bodensee eine erhöhte Aufmerksamkeit angebracht. Geflügelhalter, insbesondere in der Nähe zu Freigewässern, werden auf die Gefahrenlage hingewiesen. Die Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen wird dringend empfohlen.