Wien. Laien haben heute, Mittwoch, die Möglichkeit, an einem weltweiten Quantenexperiment teilzunehmen. Beim "Big Bell Test" können sie helfen, das quantenphysikalische Phänomen der spukhaften Fernwirkung - der Verschränkung - zu überprüfen. Elf Institute rund um den Globus, darunter Quantenphysiker aus Wien, sind für das Experiment verantwortlich. Sie benötigen für die Realisierung des Versuchs mindestens 30.000 Teilnehmer.

Beeinflussung ausschließen

Laut Quantenmechanik bleiben zwei verschränkte Teilchen, etwa Photonen, miteinander verbunden, auch wenn sie sich über beliebige Distanzen voneinander entfernen. Manipuliert man an einem dieser Teilchen, reagiert augenblicklich auch das andere Teilchen. Könnte man zwei Spielwürfel verschränken, wüsste man bis zur Messung nicht, welche Augenzahl sie zeigen. Nach der Messung würde aber mit Sicherheit bei beiden die gleiche Seite oben zu sehen sein.

Mit dem "Big Bell Test" soll nun eine Fremdsteuerung beziehungsweise Beeinflussung solcher Phänomene ausgeschlossen werden. Der nordirische Physiker John Bell hatte Mitte der 1970er Jahre das ultimative Experiment vorgeschlagen, dass Menschen aus ihrem freien Willen heraus die Messbasis wählen sollen.

Das wird am heutigen Mittwoch realisiert. Mindestens 30.000 Personen sollen via Internet eine beliebige Abfolge der Zahlen 0 und 1 eingeben. Diese zufälligen Zahlenabfolgen werden an die teilnehmenden Institute geschickt und dort in Signale übersetzt, die über die Messanordnung entscheiden.

www.thebigbelltest.org