Paris. (afp) Acht Meter lange Eidechsen, Kängurus, die eine halbe Tonne wiegen, und Schildkröten so groß wie Autos: Australien war einst von riesigen Tieren bevölkert. Ausgerottet wurden sie laut einer neuen Studie aber nicht etwa durch klimatische Veränderungen, sondern schlicht durch die Ankunft des Menschen auf dem Fünften Kontinent.

Mehr als 85 Prozent der großen Säugetiere, Vögel und Reptilien in Australien seien kurz nach dem Auftauchen der menschlichen Spezies ausgestorben, berichten Forscher in "Nature Communications". Der Mensch machte sich in Down Under vor etwa 50.000 Jahren breit - und vor etwa 45.000 Jahren brachen die Bestände schlagartig ein. Betroffen waren neben den Echsen, Reptilien und Beuteltieren auch Vögel, die größer als Menschen waren, und Wombats so schwer wie Nashörner. Vielfach handelte es sich dabei um Pflanzenfresser.

Ursache lange diskutiert

Die Ursachen des massenhaften Artensterbens werden in der Wissenschaft diskutiert. 2013 waren Forscher in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" auf der Grundlage von Fossilienfunden zu dem Schluss gekommen, die meisten Arten riesenhafter Tiere in Australien seien bereits bei Ankunft des Menschen schon weitgehend ausgestorben gewesen. Die Forscher nannten klimatische Veränderungen als Ursache. In der neuen Studie wird hingegen das massenhafte Töten der riesigen Tiere als Begründung genannt, insbesondere die Jagd auf Jungtiere. Die Wissenschafter berufen sich auf die Analyse von Ablagerungen, die bei Bohrungen im Indischen Ozean vor der Südwestküste Australiens zutage gefördert wurden.

Die Funde schlössen den Klimawandel als Ursache für das Artensterben aus, meinten die Wissenschafter. Vielmehr deuteten sie auf "Menschen als primären Ausrottungsgrund" hin.