Paris. Forscher haben nach eigenen Angaben einen auffälligen Zusammenhang zwischen der Gehirnstruktur von Menschen und ihrer Persönlichkeit herausgefunden. Die Form des Gehirns könne "Hinweise darauf geben, wie wir uns verhalten - und welches Risiko wir haben, seelische Störungen zu entwickeln", berichtete die Universität Cambridge.

Die Wissenschafter werteten für ihre Studie Gehirnscans von mehr als 500 Probanden im Alter von 22 bis 36 Jahren aus. Dabei untersuchten sie vor allem die Dicke, Oberflächengröße und die Zahl der Falten der Hirnrinde.

Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass beispielsweise Neurotizismus - eine besondere Anfälligkeit für seelische Verletzungen - besonders häufig bei Menschen mit einer dickeren Hirnrinde von geringerer Oberfläche vorkommt. Der Charakterzug Aufgeschlossenheit und Offenheit ist hingegen mit einer dünneren Hirnrinde und einer größeren und stärker gefalteten Oberfläche verbunden.

Laut Ko-Autorin Roberta Riccelli von der italienischen Magna Graecia-Universität ist es die erste Studie, die eine klare Verbindung zwischen Hirnstruktur und Persönlichkeitszügen zieht. Möglicherweise könnten die Erkenntnisse dazu führen, bereits in einem frühen Stadium Menschen zu erkennen, die für bestimmte seelische Störungen anfällig sind, und die Betroffenen entsprechend früh zu behandeln, sagte Riccelli.