Die Nasa schickt einen Lander nach Europa. - © Nasa
Die Nasa schickt einen Lander nach Europa. - © Nasa

Pasadena. (gral) Der Jupitermond Europa ist einer jener Orte in den Weiten des Kosmos, auf dem Weltraumforscher außerirdisches Leben zu finden hoffen. Der Trabant ist mit rund 3100 Kilometern Durchmesser etwas kleiner als der irdische Mond und von einem Ozean umgeben. Eine Eiskruste schließt diesen besonders großen Wasservorrat ein, der etwa 100 Kilometer tief sein soll. Für die Entstehung von Leben wäre das eine ziemlich gute Voraussetzung.

Das sieht auch die Nasa so: Mit einem Lander - ähnlich "Philae", der im Rahmen der ESA-Rosetta-Mission auf dem Kometen 67P Tschurjumow-Gerasimenko gelandet war - will die US-Weltraumagentur auf Europa aufsetzen. Ein neuer Bericht gibt nun Details dieser für den Beginn der 2020er Jahre anvisierten Mission preis.

Der Plan sieht vor, dass der Lander auf Europa platziert werden und mit einem Bohrer zehn Zentimeter in die Oberfläche des Mondes eindringen soll. Messgeräte sollen die Proben vor Ort analysieren. Die Daten könnten Auskunft darüber geben, woraus Europa besteht und ob dort Leben gedeihen kann. Schon viele Flybys hatten Hinweise darauf geliefert, dass das Wasser durch Spalten und Vulkane bis an die Oberfläche dringt. Sie hatten allerdings auch gezeigt, dass noch sehr wenig über die Konditionen auf dem eisigen Mond bekannt ist. Europa besitzt auf jeden Fall keine Atmosphäre, der Einsatz von Hitzeschilden oder Bremsfallschirmen - wie bei "Philae" - ist daher auch nicht möglich.

Bewohnbarkeit abklären

Die Mission könnte, so der Bericht der Nasa, im Jahr 2024 starten. Ein ungefähr 43 Kilogramm leichter Lander soll den Jupiter und seine Monde schließlich 2031 erreichen. Mit seiner Ausrüstung soll der Weltraumreisende nicht nur nach Leben suchen, sondern auch eine mögliche Bewohnbarkeit des Himmelskörpers abklären. Zudem sollen Untersuchungen durchgeführt werden, um mögliche künftige Roboterausflüge auf den Mond mit seinem riesigen Ozean absolvieren zu können. Im Bericht ist gar von einem schwimmenden Roboter die Rede, der in die Tiefe Europas abtauchen soll.