Atlanta/Wien. Der Schleim einer in Südindien beheimateten Froschart scheint mit Molekülen angereichert zu sein, die Bakterien und Viren abtöten können. Bestimmte Peptide, die auf der Haut des farbenprächtigen Hydrophylax bahuvistara sitzen, könnten viele Stämme der Influenza, darunter auch das beim Menschen weit verbreitete H1, abwehren, berichten Forscher des Emory Vaccine Center in Atlanta sowie des Rajiv Gandhi Center for Biotechnology in Indien im Fachblatt "Cell Press".

Im Labor war es den Wissenschaftern möglich, Dutzende an Influenzastämmen mit den Urumin genannten Eiweißbausteinen zu neutralisieren. Der Name stammt von dem in der indischen Kampfkunst eingesetzten besonders flexiblen Schwert Urumi. Die Virustypen, die die Forscher im Experiment nutzten, reichten von archivierten Stämmen aus dem Jahr 1934 bis hin zu modernen Erregern.

"Ich bin richtig vom Stuhl gefallen", berichtet Joshy Jacob von der Emory University. Für gewöhnlich müssen sich Forscher auf der Suche nach geeigneten Substanzen durch tausende Wirkstoffkandidaten kämpfen, manchmal auch eine Million, bevor man ein oder zwei Stoffe hervorbringt. "Wir haben 32 Peptide getestet und vier waren Volltreffer." Nur ein Einweißstoff davon war allerdings nicht giftig, so der Forscher weiter. Dieser zerstört das auf dem Influenza-Virus sitzende Protein Hämagglutinin. Dieses benötigt das Virus, um in unsere Zellen vordringen zu können. Urumin bindet an Hämagglutinin und destabilisiert so den Erreger.