Wien. Aktuelle Entwicklungen in der Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen machen den Patienten das Leben leichter. Vor allem die Diagnostik von Prostatakarzinomen mit Hilfe der multiparametrischen Magnetresonanztomografie (MRT) stellt hier einen entscheidenden Fortschritt dar. War die Feststellung der Erkrankung bisher nur durch mehr oder weniger blind gestanzte Gewebeproben möglich, kann ein Krebs nun auch bildlich nachgewiesen werden. Dies ermöglicht nicht nur eine viel gezieltere Biopsie, sondern auch eine verbesserte Operationsplanung, berichteten Vertreter der Österreichischen Röntgengesellschaft am Dienstag vor Journalisten.

Mit insgesamt 4500 Erkrankungen pro Jahr zählt Prostatakrebs in Österreich zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei Männern. Pro Jahr stirbt einer von zehn Erkrankten daran. Da diese Krebsart im Anfangsstadium keinerlei Beschwerden verursacht, bleiben solche Tumore oft lange Zeit unbemerkt und werden ohne entsprechende Vorsorgeuntersuchungen erst sehr spät erkannt. Die üblicherweise zur Diagnose angewendete Stanzbiopsie mit meist zwölf Proben ergibt praktisch Zufallstreffer.

Weniger Gewebeproben

Die spezielle MRT biete laut Pascal Baltzer von der Wiener Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin neben einem hohen Weichteilkontrast auch funktionelle Gewebeinformationen, wodurch sich die diagnostische Genauigkeit erheblich erhöht. Nicht alle Krankenkassen zahlen derzeit diese Untersuchungsmethode. Dennoch könnte rund ein Viertel an unnötigen Biopsien dadurch eingespart werden. Für die breite Etablierung der neuen Methode als zukünftiger Standard bedürfe es aber noch mehr interdisziplinärer Expertise und Kooperation zwischen Radiologie und Urologie, urteilten die Fachleute.