Wien. Schlechtes bis nicht vorhandenes Müll-Management in vielen Schwellenländern ist der Hauptgrund, dass immer mehr Plastik in den Gewässern landet, berichteten Forscher am Dienstag bei der Generalversammlung der European Geosciences Union in Wien. Zudem setzt der dort verunreinigte Boden gefährliche Stoffe frei, die dann in die Nahrungskette der ansässigen Bevölkerung gelangen.

Deutsche Forscher um Christian Schmidt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig haben untersucht, woher der Plastikmüll kommt, der über die Flusseinzugsgebiete in die Meere gelangt. Demnach stammen 90 Prozent aus zehn Flüssen, von denen die meisten durch Schwellenländer Asiens fließen. Diese Länder zeichnen sich wiederum durch eine große Bevölkerungsdichte, schnelles Wirtschaftswachstum und unzureichendes Müll-Management aus.

In Mexiko etwa führe die schlechte Entsorgungslage zur Gesundheitsgefährdung, berichtete Esperanza Huerta vom El Colegio de la Frontera Sur in Campeche. Weil der Plastikmüll nicht regelmäßig abgeholt wird, wird er von vielen Menschen verbrannt und vergraben. Das Mikroplastik reichert sich in Bodenorganismen, später in Hühnern an, die zu einem Hauptnahrungsmittel zählen, so die Forscherin.