Erhöht man den Preis für Tabak um fünf Prozent, sinkt der Konsum um rund 3,5 Prozent. Das hat eine Analyse der MedUni-Wien ergeben, die am Montag anlässlich des Weltnichtrauchertags (31. Mai) publik gemacht wurde. Tabakkonsum ist die größte Einzelursache für Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle in Europa, ein Rauchstopp bringt schon nach wenigen Tagen positive Effekte.

Regelmäßige Preiserhöhungen würden "alle Parteien zufriedenstellen", sagte der Sozialmediziner Michael Kunze: "Uns Mediziner, weil viele mit dem Rauchen aufhören würden, aber gleichzeitig auch die Trafikanten und das Finanzministerium, da die Einnahmen bzw. Steuern noch immer ein ordentliches Plus abwerfen."

90 Prozent der Lungenkrebstoten sind Raucher

Vor 30 Jahren hatte Kunze in einer Studie zur Preispolitik bei Tabakkonsum festgestellt, dass Preiserhöhungen von einem Prozent, den Konsum um 0,5 Prozent senken. Unter seiner Leitung hat nun der Diplomand Richard Felsinger eine Analyse der Preispolitik für die Jahre 1997 bis 2015 durchgeführt. Demnach sinkt der Konsum bei einer Verteuerung von Tabak um ein Prozent heute sogar um 0,69 Prozent. Eine regelmäßige Erhöhung um ein Prozent wäre nicht so drastisch, dass der Zigarettenschmuggel angekurbelt werden würde.

Rauchen verursacht rund 90 Prozent der Todesfälle bei Lungenkrebs, dasselbe gilt für 75 Prozent der Todesfälle im Rahmen von chronischer Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen. Zudem ist Zigarettenrauchen an der Entstehung von Bauchspeichel-, Nieren-oder Gebärmutterhalskrebs beteiligt, erinnerte die MedUni in einer Aussendung. Aufhören zahle sich aus: "Schon wenige Tage nach der letzten Zigarette sinkt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung rapide. Rauchen ist ja praktisch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, wer aufhört, stoppt diese Vergiftung", betonte Kunze. Das Krebsrisiko allerdings bleibt jahrelang weiterhin erhöht.