Ergänzt wird der Einsatz von Heilkräutern durch die Hydrotherapie, die auch schon bei den alten Griechen angewandt wurde, wie der Fund eines Ambulatoriums in Ephesos belegt. Hippokrates berühmter Spruch "Lass Nahrung deine Medizin sein" kommt nicht von ungefähr und scheint in der heutigen Zeit des Überflusses eine wohl noch größere Bedeutung zu haben als einst.

Die damaligen Mediziner haben auch die Ordnung als für die Gesellschaft besonders wichtig erkannt. In der Multitasking-Welt von jetzt könnte ein Rückbesinnen auf Ordnung und Struktur durchaus eine Stütze für ein entspannteres Leben sein, betont Metka. "Es ist eine Katastrophe, wenn die Leute mit dem Laptop zu Bett gehen", so der Mediziner. Das sei genau das Gegenteil von Ordnung und könnte für die Gesellschaft fatale Folgen haben. Die ersten Auswirkungen davon zeichnen sich schon in den letzten Jahren in der wachsenden Zahl an chronisch Erkrankten ab.

Und genau diese Gruppe ist es vor allem auch, die sich mehr und mehr der ganzheitlichen Medizin zuwendet, weil "da stehen wir mit der Schulmedizin an", so Metka. Rheumatismus, Diabetes, Stoffwechselerkrankungen und Adipositas sind die großen Epidemien des 21. Jahrhunderts. Doch die Schulmedizin hat dafür kaum etwas anzubieten. Die Komplementärmedizin könnte hier einen großen Stellenwert einnehmen, wie es auch der Zulauf der Patienten hin zum ganzheitlichen Ansatz demonstriert. Hier bedürfe es einer Annäherung der unterschiedlichen medizinischen Schulen, um das Optimum für den Patienten herausholen zu können.

Vormals esoterische
Methoden heute beweisbar

In der Anerkennung der neuen alten Modelle hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Heute gebe es wissenschaftliche Beweise für Methoden, die vor zehn Jahren noch als rein esoterisch angesehen wurden, erklärt der Mediziner und nennt hier das Stichwort Psychoneuroimmunologie. Sie ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt. Demnach wirken sich Stress, Depression und Angst negativ, aber Optimismus, Selbstwert, soziale Bindungen und positive Gefühle positiv auf die Immunabwehr aus.

Das Medicinicum Lech hat sich dieses Jahr zur Aufgabe gestellt, die verschiedenen medizinischen Schulen dieser Welt auf selber Augenhöhe kommunizieren zu lassen und dabei ganz nebenbei auch Größen wie Kneipp, Prießnitz und Co. wieder zum Erstrahlen zu bringen.