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Washington. Als die Iranerin Maryam Mirzakhani 2014 als erste und bisher einzige Frau für ihre Beiträge zur Mathematik die renommierte Fields-Medaille bekam, litt sie bereits an Knochenmarkkrebs. Am Samstag ist sie im Alter von 40 Jahren in einem US-Krankenhaus gestorben. Irans Staatspräsident Hassan Rouhani reagierte bestürzt auf den Tod Mirzakhanis, die einen Ehemann und eine dreijährige Tochter hinterlässt. Iranische Zeitungen würdigten sie mit Fotos auf der Titelseite, die sie entgegen der in der Islamischen Republik geltenden Regeln ohne Kopftuch zeigten. Die Geometrie-Expertin erhielt als erste Frau die Fields-Medaille - die Auszeichnung, die alle vier Jahre an Wissenschafter unter 40 Jahren verliehen wird, gilt als Mathematik-Pendant zum Nobelpreis.

Mirzakhani wurde 1977 in Teheran geboren. Zunächst wollte sie Schriftstellerin werden, doch schon als Schülerin erkannte sie ihr mathematisches Talent: Als Jugendliche gewann sie 1994 und 1995 Goldmedaillen bei internationalen Mathematik-Olympiaden. "Es macht Spaß - es ist wie das Lösen eines Puzzles oder das Zusammensetzen eines Mosaiks", erklärte sie. Mirzakhani studierte Mathematik an der iranischen Sharif-Universität und machte das Doktorat an der US-Universität Harvard. Danach lehrte sie an der Princeton University, seit 2008 als Professorin an der Universität Stanford.