Den US-Unternehmer Elon Musk scheint das kaum zu kümmern. Der Pionier der Elektroautos will mit 1000 Riesenraketen zum Mars, dort eine Großstadt bauen und auf dem Roten Planeten eine Million Menschen ansiedeln. Da aber jede Reise mit alter Raketentechnik an die zehn Milliarden Dollar kosten würde, plant er recycelbare Raketen aus leichtem Kohlefaserstoff, die den Ticketpreis auf 100.000 Dollar senken sollen. Bis zu 200 Menschen sollen in diesen Passagierflugzeugen der neuen Art Platz nehmen können - wenn sie nur Handgepäck mitnehmen. Und wer weiß? Vielleicht geht die Reise ja irgend wann auch zum nächst gelegenen Sternensystem Alpha Centauri.

Als Gründer der Firma SpaceX, die Satelliten in die Erdumlaufbahn bringt, ist Musk ein Gewinner der Trump-Präsidentschaft. Obwohl die Klimapolitik des US-Präsidenten den Interessen des Tesla-Gründers widerspricht, will auch Donald Trump den Weltraum erobern. Während Musk aber eine humanitäre Aufgabe darin sieht, will Trump die Vormachtstellung der Staaten gegenüber China und Russland sichern. Seinen Vorstoß, die Nasa-Superrakete SLS schon 2018 statt 2021 mit Astronauten zum Mond zu bringen, hat die Behörde aber zurückgepfiffen, um die Leben der Astronauten nicht zu riskieren. Wenn er nicht wiedergewählt wird, könnte der krisenumwitterte Präsident somit als Weltraumfeldherr ein Staubkorn bleiben. Ein Staubkorn in einem Schlaraffenland, das dieser wunderbare Planet eben ist. Warum schützen wir ihn nicht? Warum wollen wir die Erde, die alle Bedingungen für Leben erfüllt, für den lebensfeindlichen Weltraum verlassen, der nichts bietet - keine Luft, kaum Wasser, extreme Hitze und Kälte, keine Atmosphäre und weder Essen noch Trinken? Warum wollen wir im Zelt leben, statt das eigene Haus aufzuräumen?

"Es liegt in unserer Natur,
zu fliegen"

Für den Star-Physiker Stephen Hawking sind diese Entwicklungen zwar gesellschaftlich destruktiv, aber unvermeidlich. Über dem eigenen Schicksal stehende Überlegungen stellt er in "Expedition New Earth" an, eine im August anlaufende BBC-Dokumentationsreihe. Hawking zufolge bringen Klimawandel, Überbevölkerung, Epidemien und Asteroideneinschläge den Untergang. "Die Chancen auf eine Katastrophe innerhalb eines Jahres sind gering, doch innerhalb von 1000 bis 10.000 Jahren ist ein Desaster sicher", warnt er. Die Menschheit müsse die Sterne erreichen: "Es liegt in unserer Natur, zu fliegen." Schwarze Löcher seien gar nicht so schwarz: Wer aufgesaugt wird, könnte in einem anderen Universum wieder herauskommen.

Hawking warnt Weiters, dass uns Außerirdische den Tod bringen könnten: Wenn wir ein Signal von Planeten wie Gliese 832 C erhalten, sollten wir daher gut überlegen, ob wir antworten. Auch Roboter könnten uns umbringen: "Eine mächtige künstliche Intelligenz wird das Schlimmste oder das Beste für die Menschheit sein - wir wissen es noch nicht. Aber immerhin killen sie unsere Jobs."

Spinnerei? Nein, Vorstellungskraft. So wie bei den Visionären, die in den 1950er Jahren die Mondlandung planten. "Wenn Sie ins Universum fliegen würden, würden Sie sehen, wie Galaxien kollidieren und Supernovae für einen Augenblick heller sind als ihre Geschwister", sagt Galfard: "Sie würden den Segen erfahren, eine Show nicht-menschlicher Schönheiten zu beobachten. Irgendwann wären Sie zehn Milliarden Lichtjahre entfernt, aber ihr Geist wäre vielleicht schon weiter." Und vielleicht spiele der Körper bei dieser Reise irgendwann keine Rolle mehr.