Blutzuckermessung ist das Um und Auf. - © Fotolia/Dmitry Lobanov
Blutzuckermessung ist das Um und Auf. - © Fotolia/Dmitry Lobanov

Innsbruck. Weltweit steigt die Zahl der von Typ-1-Diabetes betroffenen Kinder und Jugendlichen. In Österreich leiden knapp 4000 an der Autoimmunerkrankung. Waren es Ende der 1990er Jahre jährlich noch rund 200 Neuerkrankungen, so sind es heute 400. Mögliche Ursachen für diese Zunahme der Krankheitsfälle bei Kindern und Jugendlichen geben Forschern weiterhin Rätsel auf: "Bisher haben wir keine Erklärung für die höheren Zahlen gefunden", erklärte Sabine Hofer, Oberärztin der Diabetes-Ambulanz an der Innsbrucker Universitätsklinik für Pädiatrie I am Dienstag zum Auftakt des 43. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Diabetes im Kindes- und Jugendalter.

Fortschritte in der technisches Diabetestherapie und ein Umbruch in der Diskussion um den bei der Blutzuckereinstellung zentralen Hämoglobin A1c-Wert lassen jedoch auf die Reduktion von Spätfolgen der Behandlung und eine Erleichterung des Alltags betroffener Kinder, ihrer Angehörigen und Betreuern hoffen.

"Closed loop system" - so nennt sich jener Ansatz, mit dem die Bewältigung des diabetischen Alltags durch die lückenlose Anpassung des Glukose- und Insulinbedarfs optimiert werden soll. Zum Einsatz kommen dabei ein kontinuierlich messender Glukosesensor, eine Insulinpumpe und ein mobiles Gerät, das Messdaten auswertet und die Pumpe steuert. Im Rahmen des EU-Projekts "KidsAP" untersuchen Hofer und Forschungskollegen in Deutschland, Luxemburg und England in den kommenden vier Jahren die Alltagstauglichkeit dieser "künstlichen Bauchspeicheldrüse", mit der unter anderem die durch den kindlichen Hormonhaushalt bedingten häufigen Unterzuckerungen vermieden werden sollen.

Die Schlüsselrolle in der Behandlung sehen die Experten auch in der Aufklärung: "Schulung und Training sind von zentraler Wichtigkeit für das Leben mit einer chronischen Erkrankung." Besondere Bedeutung komme dabei immer mehr sogenannten "eLearning Tools" und auch sozialen Netzwerken zu, die über die persönliche Beratung hinaus Betroffenen und ihrem Umfeld im Umgang mit der Krankheit helfen können.