Split. Ursachen für Lärm im Meer gibt es viele: intensiver Schiffsverkehr, Tourismus, Militär-Sonargeräte oder die Suche nach Ölressourcen im Meeresboden. Luftdruckwellen und seismische Sprengungen werden nämlich unter Wasser zur Erkundung von Erdöl- und Erdgas-Lagerstätten verwendet. Bei der Suche nach Öl werden etwa Schallkanonen eingesetzt, die über mehrere Wochen beziehungsweise Monate hinweg alle zehn bis zwölf Sekunden gegen den Meeresboden gerichteten Explosionsschall mit bis zu 260 Dezibel ins Meer aussenden.

Diese Lärmbelastung stellt Experten zufolge eine massive Bedrohung für jene Meeresbewohner dar, die Schall zur Futtersuche, Kommunikation und Navigation nutzen. Physische Schäden, Stress oder Verhaltensänderungen sind die Folge daraus. So komme es etwa zu einer häufigen Strandung von Walen und Delfinen. Mitte der Woche hatten rund 70 Experten in Split über diese massiven Auswirkungen von Unterwasserlärm auf die marine Artenvielfalt und mögliche Abhilfen diskutiert.

Neue Technologien gefordert

Eine wichtige Maßnahme zur Abhilfe umfasse die Verankerung der Richtlinien der Bonner Konvention in nationales Recht, hieß es. Im Oktober verabschiedeten Vertreter von 120 Staaten Richtlinien zur Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen im Vorfeld von lärmverursachenden Aktivitäten. Weiters müsse es eine Verpflichtung zu Entwicklung und Einsatz von Technologien geben, die leiser sind als die aktuell genutzten Schallkanonen. Auch soll es eine Einigung geben, welche Mittelmeerregionen man von seismischer Exploration definitiv ausschließt, so die Experten.

Organisiert wurde das Treffen von den Naturschutzorganisationen Ocean Care und Natural Resources Defense Council mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.