NewYork/Wien. (gral) Der Pharmakonzern Pfizer stellt sein Programm zur Entwicklung neuer Mittel gegen Alzheimer und Parkinson ein. Mit dieser Meldung ließ das US-Unternehmen am Montag aufhorchen. Der Konzern beabsichtige, nur noch dort Geld auszugeben, wo die Aussichten und die Erfahrung am größten sind, hieß es.

Pfizer hat bereits viel Geld in die Alzheimer- und Parkinson-Forschung gesteckt, doch die Ergebnisse sind dürftig. Ein vielversprechender Antikörper, der Wirkstoff Bapineuzumab, war im Jahr 2012 nach erfolglosen Testphasen aus dem Verkehr gezogen worden. Anderen Pharmakonzernen ging es mit Entwicklungen auf diesem Gebiet ähnlich. Der von Eli Lilly entwickelte monoklonale Antikörper Solanezumab galt bis zuletzt als Hoffnungsträger, doch die gewünschte Wirkung blieb auch hier aus.

Dabei wären Fortschritte auf dem Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen von immenser Bedeutung. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung werden diese Krankheiten immer häufiger diagnostiziert. In Österreich sind aktuell rund 100.000 Menschen von Morbus Alzheimer betroffen. Bis zum Jahr 2050 ist ein Anstieg auf rund 230.000 Erkrankte prognostiziert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet gar mit einer Verdreifachung auf insgesamt 152 Millionen betroffene Menschen.

Behandlungsstrategien

Aufgrund der aufgekeimten Aussichtslosigkeit gepaart mit hohen Ausgaben ziehen sich immer mehr Pharmakonzerne aus der Forschung zurück. Den Medizinischen Universitäten wiederum fehlt das Geld, um auf dem Gebiet große Sprünge vorankommen zu können.

Bei Morbus Alzheimer kommen derzeit etwa sogenannte Cholinesterase-Hemmer zum Einsatz, die die Funktion der Nervenzellen im Gehirn unterstützen. Mit den Substanzen kann der Verlauf der Erkrankung zumindest verzögert werden. Betroffene und Angehörige setzen auch auf nichtmedikamentöse Ansätze wie Gedächtnistraining oder tiergestützte Therapie.

Auch die unter dem Begriff Schüttellähmung bekannte Parkinson-Krankheit ist nach wie vor unheilbar. Die wichtigste medikamentöse Behandlungsstrategie ist der Ausgleich des Dopaminmangels, der durch das Absterben dopaminproduzierender Nervenzellen entsteht. Die Krankheit kann damit verzögert werden. Von Morbus Parkinson sind weltweit nach Schätzungen der WHO mindestens fünf Millionen Menschen betroffen. Auch in Österreich gibt es nur Schätzungen - zwischen 16.000 und 30.000 dürfte die Zahl liegen. Auch diese Werte dürften in den nächsten Jahrzehnten sprunghaft ansteigen. Fortschritte auf dem Gebiet sind daher mehr als erstrebenswert.