Um herauszufinden, worunter die Haut besonders leidet, was sie verändert und altern lässt, führten Krutmann und seine Kollegen Tests im Labor durch. Während die schädliche, sogar krebserregende Wirkung von UV-Strahlung oder Tabakrauch bereits gut erforscht und nachgewiesen ist, stehen die Wissenschafter beim Thema Luftverschmutzung noch am Anfang. In Petrischalen bringen sie Hautstücke in Kontakt mit Schadstoffen. "Bestreicht man die Haut mit Schwebstaub, lässt sich schnell eine Bräunung feststellen", sagte Krutmann. "Insbesondere Ruß aus Dieselmotoren hat sich als schädigend herausgestellt." Ob neben diesen Pigmentveränderungen auch ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs verursacht wird, konnte noch nicht erforscht werden.

Falten durch Alkohol und Rauch

Ein wesentlicher Treiber für das sichtbare Altern sind neben äußerlichen Einwirkungen auf die Haut aber auch Stoffe, die wir durch den Mund zu uns nehmen. Erst vor wenigen Wochen kam eine in der Fachzeitschrift "Epidemiology & Community Health" veröffentlichte Studie der Universität Süd-Dänemark zu dem Ergebnis, dass starker Alkoholkonsum und Rauchen äußerliche Anzeichen physischen Alterns verursachen können. So hätten bei den Testpersonen Falten an den Ohrläppchen, das Risiko für sogenannte Greisenbögen rund um die Pupillen und gelblich-oranger Belag auf den Augenlidern deutlich zugenommen. Die Forscher hatten Langzeitdaten von 11.500 Erwachsenen ausgewertet.

Immer wieder zeige sich dabei, dass Menschen trotz ähnlicher Umwelteinflüsse unterschiedlich schnell altern. Die schädigende Wirkung äußerer Faktoren hängt also auch von den körperlichen Voraussetzungen ab. "Menschen haben eine unterschiedliche genetische Ausstattung. Es gibt Menschen, die weit über hundert Jahre alt werden, obwohl sie geraucht oder Alkohol konsumiert haben", erklärte Denzel. Diese Unterschiede seien häufig auch sichtbar. "Die chronologische und die biologische Uhr können entkoppelt sein. Junges Aussehen kann ein Anzeichen dafür sein, dass ein Mensch biologisch jung geblieben ist."