Kyoto/Wien. Ob Klang eine Wirkung auf die DNA von Zellen hat? Dieser Frage sind Wissenschafter der Kyoto Universität nachgegangen. Sie konnten einen solchen Effekt nachweisen, dieser sei allerdings abhängig vom Zelltyp.

Zellen, die Grundbausteine des Lebens, sind mit einer Vielzahl an Sensoren ausgestattet, die Umwelteinflüsse wahrnehmen können. Abseits ihres Könnens, chemische Signale zu geben, besitzen sie die Fähigkeit, Druck, Schwerkraft, Temperatur und Licht zu erkennen. So sind zum Beispiel jene Zellen im Auge damit ausgestattet, beim Lesen von Inhalten Licht zu verarbeiten. Bisher hat allerdings niemand darauf geachtet, ob Zellen auch auf Audioreize reagieren, erklärt Studienautor Masahiro Kumeta.

Mit Musik Prozesse steuern

In ihren Untersuchungen haben die Wissenschafter verschiedene Zelltypen mit unterschiedlichen Klängen konfrontiert. Während dieser Vorstellung wurde die Genexpression analysiert und auf Gene der Fokus gesetzt, die auch bei physikalischen Reizen reagieren. Die Zellantwort war je nach Wellenlänge und Dezibelstärke unterschiedlich, schreiben die Forscher im Fachblatt "Plos one". Weitere Studien sollen nun die genauen Zusammenhänge untersuchen, um neue Therapiemöglichkeiten in den Raum zu stellen, wobei mit Klängen gezielt Prozesse im Körper gesteuert werden können.