Gravuren im Flintspan. - © Majkic et al
Gravuren im Flintspan. - © Majkic et al

Bordeaux. (est) Neandertaler könnten Symbole in Flintspan geritzt haben. Das berichtet ein französisches Forschungsteam auf der Basis von Analysen eines steinzeitlichen Fundstückes aus der Krim im Fachjournal "Plos One". Am Fundort von Kiik-Koba wurden bereits mehrere Artefakte entdeckt, die etwa 35.000 Jahre alt sind und mit den sterblichen Überresten von Neandertalern in Verbindung gebracht werden.

Ana Majkic und ihr Team haben ein Bezugssystem erstellt, anhand dessen sich Stein-Gravuren klassifizieren lassen. Ihnen zufolge handelt es sich um zielgerichtete Gravuren, die eine Feinmotorik und ein Auge fürs Detail erforderten. Wenn sie Forscher richtig liegen, sind die Zeichnungen im Flintspan ein weiteres in einer Reihe von Indizien für eine Symbolik der Neandertaler. Zuvor hatten Forscher Hinweise auf Grabrituale, Schmuck und Ornamente gefunden, die darauf hindeuten, dass Neandertaler kulturelle Praktiken verfolgten. Die Entdeckung werfe die Frage auf, ob auch andere Arten aus der Gattung Homo kulturelle Ausdrucksformen kannten.