Den lediglich 50 Millimeter langen Krebs "Epimeria quasimodo" entdeckten Forscher im antarktischen Ozean. - © royal belgian institute of natural sciences
Den lediglich 50 Millimeter langen Krebs "Epimeria quasimodo" entdeckten Forscher im antarktischen Ozean. - © royal belgian institute of natural sciences

New York. Ein nach dem Glöckner von Notre-Dame benannter Krebs, ein Menschenaffe und ein vulkanisches Bakterium: Das Institut für Artenforschung der State University of New York hat seine jährliche Liste der zehn bizarrsten neuen Arten veröffentlicht. Die "Top Ten" aus aller Welt wurden aus 18.000 neu entdeckten Arten ausgewählt.

Den lediglich 50 Millimeter langen Krebs "Epimeria quasimodo" entdeckten Forscher im antarktischen Ozean und benannten ihn nach dem Glöckner von Notre-Dame wegen seines buckelartigen Rückens. Der auf Costa Rica entdeckte, 1,5 Millimeter lange Käfer "Nymphister kronaueri" lebt bei nomadischen Wanderameisen und zieht mit ihnen mit. In der Dunkelheit des Marianengrabens entdeckten Forscher den Tiefseefisch "Pseudoliparis swirei". Der in Brasilien gefundene Baum "Dinizia jueirana-facao" kann bis zu 40 Meter hoch und 56 Tonnen schwer werden. Vom Aussterben bedroht ist eine neue Orang-Utan-Art, "Pongo tapanuliensis", die auf Sumatra in Indonesien gefunden wurde. Von ihnen gibt es allerdings nur noch 800 Exemplare.

Zehn Millionen Arten warten

Das Fossil einer bereits ausgestorbenen Art fanden Forscher in Australien. "Wakaleo schouteni", ein Beuteltier, lebte vor rund 23 Millionen Jahren in den Wäldern des heutigen Australiens. In Japan wurde die Pflanze "Sciaphila sugimotoi" entdeckt, die von einem Pilz lebt. Nur rund 50 Exemplare sind bekannt. An einem völlig unerwarteten Ort stießen Forscher auf den Einzeller "Ancoracysta twista": in einem Aquarium in San Diego im US-Staat Kalifornien. Gefunden wurde er an einer Koralle - wo und wie er in der Natur lebt, weiß man noch nicht. Weitere zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten - fünfmal mehr als bereits bekannt - warten laut dem Institut weltweit noch auf ihre Entdeckung.