Riverside. Ein Kinderarzt tut seinen kleinen Patienten keinen Gefallen, wenn er den Spritzen-Einstich vorher ankündigt: Laut US-Studie empfinden Kinder Schmerzen nämlich stärker, wenn sie damit rechnen, dass etwas wehtun wird. Von Erwachsenen war dies bereits bekannt. Forscher der University of California in Riverside untersuchten den Zusammenhang nun erstmals bei Kindern. Sie berichten im Fachblatt "Psychosomatic Medicine" darüber. Besonders stark zeigte sich der Zusammenhang bei Kindern mit Angststörungen, gefolgt von gesunden Kindern und Erwachsenen, die allesamt als Probanden zur Verfügung standen.

Auch deutsche Kinderärzte überrascht das Ergebnis nicht. Dennoch: "Der Kinder- und Jugendarzt muss ehrlich sein, sonst gibt es keine Vertrauensbasis. Das heißt, dass bei weiteren Arztbesuchen, egal was man kommuniziert, die Angst vor dem Einstich immer da sein wird und nicht genommen werden kann", betont Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Möglichst schmerzfrei

Wenn kein Stich nötig sei, sollten Ärzte das bereits am Anfang der Visite sagen. Wenn aber eine Spritze sein müsse, gelte es, das zu erklären und dann gleich umzusetzen - "um das Schmerzempfinden durch lange Wartezeiten nicht zu verstärken". Generell sollten Kinder möglichst schmerzfrei behandelt werden. "Es gibt seit einigen Jahren sehr wirksame Pflaster-Lokalanästhetika, die den dann nachfolgenden Stich schmerzfrei machen. Das wird bereits großzügig in der Pädiatrie eingesetzt", so Rodeck.