Blut spenden darf grundsätzlich jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist. Die Liste der Ausschlusskriterien ist allerdings lang und reicht von Auslandsaufenthalten etwa in Tropenländern über Diabetes Typ 1 und Krebsleiden bis hin zu "Männern, die Sex mit Männern hatten", wie es geschrieben steht. Diese Praxis wird zwar von Interessensverbänden Homosexueller, aber auch von wissenschaftlicher Seite als diskriminierend kritisiert, allerdings mit einem signifikant höheren Infektionsrisiko für HIV und dem verbleibenden Restrisiko bei der Diagnostik argumentiert.

Jede Blutspende wird grundsätzlich auf HI-Viren, Hepatitis B, Hepatitis C sowie Syphilis gescreent. Doch nicht in allen Ländern kann man sich auf Qualitätsstandards verlassen. So ist etwa in insgesamt 35 Nationen gar nicht jeder Test möglich und damit die Versorgung nicht ausreichend. Personalmangel und mangelnde Qualitätskriterien in den Labors verschärfen die Situation in einigen Ländern. In Österreich gelten höchste Standards: "Die Möglichkeit, sich auf dem Weg einer Bluttransfusion mit einer Krankheit anzustecken, war noch nie so gering wie heute", heißt es seitens des Österreichischen Roten Kreuzes.

Eine einzige Blutspende kann mehreren Patienten helfen, denn Blut beinhaltet verschiedene Komponenten, die zum Einsatz kommen können. Während in den Anfängen der Transfusionsmedizin den Patienten das Blut als sogenanntes Vollblut übertragen wurde, sind heute unterschiedliche Blutprodukte möglich. Auf diese Art und Weise können dem Betroffenen jene Blutbestandteile verabreicht werden, die dieser speziell benötigt. So etwa rote Blutkörperchen (Erythrozyten-Konzentrate), Blutplättchen (Thrombozyten-Konzentrate) oder Blutplasma. Dadurch wird das Risiko von Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten stark gesenkt.

Patient Blood Management

Zudem soll ein eigenes "Patient Blood Management" - wie es bereits weltweit in vielen Ländern zur Anwendung kommt - dafür Sorge tragen, dass unnötige Transfusionen vermieden werden. Dabei werden Maßnahmen gesetzt, um die körpereigene Blutproduktion zu stärken, Blutverluste zu minimieren sowie Blutarmut, wenn möglich, rechtzeitig zu behandeln. So kann etwa die Blutgerinnung vor, während und nach einer Operation derart beeinflusst werden, dass das Blutungsrisiko minimiert ist. Bei großen Eingriffen kann Wundblut gesammelt und nach gründlicher Aufarbeitung als Eigenblut wieder zugeführt werden. Blutsparende Operationstechniken wie minimal-invasive Eingriffe reduzieren den Blutverlust. Zudem kann auch eine engmaschige Überwachung in der Intensivmedizin nach großen Eingriffen das Transfusionsrisiko reduzieren.

Blutgruppen können auch anderweitig über Leben oder Tod, Gesundheit oder Krankheit entscheiden. So hat ein Forscherteam der Washington School of Medicine herausgefunden, dass Menschen mit Blutgruppe A besonders anfällig für heftigen Reisedurchfall sind. Eine Studie zeigte, dass diese Personen durch bestimmte E.coli-Bakterien schneller und schwerer erkranken. Der Grund sei ein von den Erregern produziertes Protein. Dieses bindet den Forschern zufolge besonders gut an Zuckermoleküle, die nur auf der Oberfläche von Zellen des Typs A vorkommen.

Wiederum hängt auch die Überlebensrate schwer verletzter Patienten von der Blutgruppe ab. Bei 0 liege japanischen Medizinern zufolge das Sterberisiko mehr als doppelt so hoch als bei A, B oder AB. Mögliche Ursache für diesen Zusammenhang sei ein erhöhtes Risiko für Blutungen, weil Blut der Gruppe 0 geringere Mengen eines Proteins enthält, das für die Blutstillung wichtig ist.

All diese Erkenntnisse fußen auf den Entdeckungen Landsteiners, der - als "Gigant der Immunologie" bezeichnet - im Jahr 1930 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde. 1940 landete er seinen letzten großen Coup mit der Entdeckung des Rhesusfaktors. Sein Kollege Alexander Wiener war es dann, der nachweisen konnte, dass der Rhesusfaktor die Ursache für bis dahin nicht verstandene Unverträglichkeiten trotz Übereinstimmung der Blutgruppen war.