Computer-Geometrie

Edelsbrunner trug wesentlich zum Aufbau der Computer-Geometrie bei. Ein zentrales Problem dabei ist die Speicherung und Verarbeitung von geometrischen Daten. Die Computer-Topologie gilt als ihre logische Erweiterung, allerdings mit anderen mathematischen Fundamenten. Mit dem Preisgeld will der Mathematiker Österreich als führenden Forschungsstandort seines Fachgebiets ausbauen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ingenieuren, Physikern oder Biologen suchen.

Geboren am 14. März 1958 in Unterpremstätten bei Graz, studierte Edelsbrunner Technische Mathematik an der Technischen Universität (TU) Graz und ging 1985 an die University of Illinois in Urbana-Champaign. 1999 wechselte er an die Duke University in Durham im US-Staat North Carolina und kehrte mit der Gründung des IST Austria 2009 nach Österreich zurück. Ebenfalls heuer erhielt Edelsbrunner einen mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotierten "Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrats (ERC).

Neben den beiden Wittgenstein-Preisen gehen sechs jeweils mit bis zu 1,2 Millionen Euro dotierte Start-Preise an Nachwuchsforscher. Die Hälfte davon erhalten Wissenschafter der Technischen Universität (TU) Wien.

Start-Preise für Jungforscher

Die Physikerin Emanuela Bianchi, geboren am 18. September 1981 in Rom, arbeitet am Institut für theoretische Physik der TU Wien im Bereich Materialwissenschaften. In ihrem Start-Preis-Projekt will sie die Selbstorganisation mikroskopischer Einheiten zu größeren Strukturen zuverlässiger steuern.

Der Bauingenieur Josef Norbert Füssl, geboren am 17. August 1980 in Wien, arbeitet am Institut für Mechanik der Werkstoffe der TU Wien. Er will Holz durch computergestützte Methoden als Tragwerkselement in Gebäuden berechenbar machen.

Der Physiker Philipp Haslinger, geboren am 1. Dezember 1982 in Wien, ist am Atominstitut der TU Wien tätig. In seinem Start-Preis-Projekt will er Kräfte in höchster Präzision messen. Der Physiker Oliver Hofmann, geboren am 31. Juli 1982 in Wien, beschäftigt sich am Institut für Festkörperphysik, der TU Graz mit jenen Strukturen von Materialien, die über Geschmack, Aussehen und Wirksamkeit entscheiden - etwa von Schokolade oder von Medikamenten.

Der Biologe Robert Junker, geboren 1981 im deutschen Buchen, arbeitet am Fachbereich Biowissenschaften an der der Uni Salzburg. Gina Elaine Moseley, geboren im britischen Walsall (Großbritannien), erforscht am Institut für Geologie der Universität Innsbruck anhand von Sinterablagerungen in Höhlen die Klimageschichte Nordostgrönlands - ein Gebiet der Arktis, das durch den Klimawandel voraussichtlich die größten Veränderungen erleben werden.

Die Start- und Wittgenstein-Preise werden am 12. September im Rahmen des "Be Open"-Festivals zum 50-jährigen Bestehen des FWF verliehen.