Sydney. Kakadu-Zeichnungen in einem europäischen Buch aus dem 13. Jahrhundert deuten Experten zufolge darauf hin, dass bereits im Mittelalter Handel mit Australien betrieben wurde. Sie sind 250 Jahre älter als das Altarbild "Madonna della Vittoria" von Andrea Mantegna aus dem Jahr 1496, auf dem bislang die älteste Abbildung eines Kakadus vermutet wurde. In dem Lehrbuch "De Arte Venandi cum Avibus" (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen), das Friedrich II. - König von Sizilien und Kaiser des römisch-deutschen Reiches - zwischen 1241 und 1248 verfasste, sind vier Bilder eines weißen Kakadus zu sehen, der in Australien sowie nördlich davon zuhause sei, teilten Wissenschafter in Sydney mit.

Heather Dalton, Forschungsstipendiatin an der Universität Melbourne, veröffentlichte 2014 einen Artikel über den Kakadu auf Mantegnas Gemälde. Auf diesen stießen drei Wissenschafter am Finnischen Institut in Rom, die erkannten, dass das Lehrbuch Friedrich II. deutlich ältere Abbildungen des Kakadus enthält.

Gemeinsam fanden die vier Forscher heraus, dass es sich dabei vermutlich um einen weiblichen Gelbhaubenkakadu oder eine von drei Unterarten handelt. Diese stammte, so die Experten, aus der Region Australasiens, zu der Neu Guinea sowie die vorgelagerten Inseln und Teile Indonesiens gezählt werden. Sie gehen davon aus, dass im Norden Australiens schon deutlich früher Handel getrieben wurde als bisher vermutet. Der lateinische Text neben einem der Bilder deute darauf hin, dass der Kakadu ein Geschenk des vierten Ayyubischen Sultans von Ägypten an Friedrich II. gewesen sei. Der Vogel sei vermutlich über Kairo nach Sizilien gelangt.