Wien/Salzburg. Zwei Salzburger Schlafforscher haben sich gegen Panikmache bei der Einführung der permanenten Sommerzeit ausgesprochen. "Aus der wissenschaftlichen Datenlage kann keine klare Empfehlung pro oder contra Sommerzeit abgeleitet werden", sagen Manuel Schabus und Christine Blume. Ein größeres Problem für den Biorhythmus sei ohnehin vielmehr die nächtliche Nutzung von Smartphones und Laptops.

An einer permanenten Zeitumstellung hat es bereits Kritik gegeben. Der deutsche Forscher und Bestsellerautor Till Roenneberg von der Uni München warnte etwa davor, dass wir dadurch "dicker, dümmer und grantiger" würden. Zudem würden uns Länder, die nicht die Sommerzeit einführen, "akademisch überholen".

"Wir sollten die Flexibilität unserer biologischen Uhr nicht unterschätzen", sagt hingegen Blume. "Wir können große Unterschiede in der Länge der Tage und Nächte im Jahresverlauf kompensieren und uns theoretisch sogar an Tage anpassen, die länger als 24 Stunden sind." Es sei wenig wahrscheinlich, dass eine Stunde länger Dunkelheit in der Früh bzw. eine Stunde länger Licht am Abend für die Gesundheit unserer Gesellschaft solch drastische Konsequenzen haben wird. Außerdem gäbe es weltweit viele Regionen, auch in Europa, etwa in Frankreich und Spanien, in denen die Menschen immer in der "falschen" Zeitzone leben - ohne große Auswirkungen.

Die Schlafräuber

Was jedoch tatsächlich einen gesunden Schlaf-Wachrhythmus oft aus dem Takt bringt, ist laut Studien der Trend der modernen Gesellschaft, die Nacht zum Tag zu machen. Ebenso problematisch seien der Einsatz von Smartphone und Laptop vor dem Zubettgehen. Die starken Blauanteile des Lichts, mit dem die Leuchtdioden diese Geräte beleuchten, seien "wahre Schlafräuber".