Zürich. (apa/sda/est) Die Mars-Oberfläche ist vielfach fotografiert und vermessen. Nun wollen Astronomen bis in das Innerste des Roten Planeten vordringen. Die französische Mission "Insight" (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) soll am 26. November um 21.00 Uhr in der Ebene Elysium Planitia, auf dem Mars das "Land der Seeligen", aufsetzen.

Anders als der Nasa-Rover "Curiosity" soll der Lander "Insight" als stationäres geophysikalisches Labor arbeiten. Mit an Bord ist das "Seismic Experiment for Interior Structure" (SEIS), ein Seismometer, an dessen Entwicklung mehrere europäische Forschungsanstalten unter der Leitung der französischen Raumfahrtagentur CNES zusammengearbeitet haben.

Nach ersten Tests und Fotos der Umgebung soll ein Roboterarm das Instrument auf einer passenden Stelle auf der Marsoberfläche absetzen. Das Seismometer soll während der auf zwei Jahre angelegten Mission Marsbeben und Meteoriteneinschläge aufzeichnen und die Daten zur Erde funken. Das Instrument wird das erste Seismometer in direktem Kontakt mit der Planetenoberfläche sein. Vor etwa 100 Jahren gab es auch auf der Erde kaum Seismometer, um Erdbeben aufzuzeichnen. Ähnliche Methoden wie damals kommen nun auf unserem Nachbarplaneten zum Einsatz, um das Epizentrum von Marsbeben zu orten. "Erdbeben erzeugen verschiedene Arten von Wellen, unterirdisch verlaufende und oberflächliche", sagt John Clinton vom Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich.

Mithilfe von SEIS wollen die Forscher ungeklärte Fragen zum Inneren des Roten Planeten klären - etwa die Größe des Kerns und dessen Beschaffenheit. Je mehr Marsbeben und Meteoriteneinschläge die Forschenden aufzeichnen, desto klarer wird das Bild vom Inneren des Planeten - zum Beispiel ob Plattentektonik oder Vulkanismus dahinter stecken.

Neben dem Seismometer soll ein Instrument zum Einsatz kommen, das Wissenschafter als "Marsmaulwurf" bezeichnen. Es soll sich in Teilschritten bis zu fünf Meter in die Oberfläche hämmern und den Wärmefluss im Untergrund messen. Anhand der Daten wollen die Forschenden die Entstehung des Mars nachvollziehen.

Doch zuvor muss die Landung des 360 Kilogramm schweren "InSight"-Landemoduls gelingen.