Paris. (gral) In vielen Teilen Österreichs blieb die Vorstellung von weißen Weihnachten auch heuer wieder nur ein Wunschtraum. Anders gestaltet sich die Situation auf unserem Nachbarplaneten Mars. Zumindest im Korolev-Krater, wie Fotos der ESA-Sonde "Mars Express" zeigen: Ein festliches Winter Wonderland präsentiert durch eine ausgedehnte Eislandschaft.

Vor bereits 15 Jahren hatte die Europäische Weltraumagentur (ESA) ihre Sonde zum Mars geschickt, deren Reise dorthin sechs Monate gedauert hatte. Am 25. Dezember 2003 hatte sie schließlich den Roten Planeten erreicht. Zur Feierlichkeit passend, gibt es nun unter anderem jenes Bild. Von oben erinnert der Krater - der weihnachtlichen Stimmung gerecht werdend - an ein Becken voller Zuckerguss.

1,8 Kilometer dick

Das Bild ist laut ESA aus insgesamt fünf Teilfotos zusammengesetzt, die bei verschiedenen Umrundungen von Mars Express mit seiner an Bord befindlichen High Resolution Stereo Camera aufgenommen wurden.

Der Korolev-Krater hat einen Durchmesser von 82 Kilometern und liegt im nördlichen Flachland des Planeten - etwas südlich des riesigen Dünenfelds Olympia Undae in der Nordpolregion des Mars. Die Eisschicht in dem Krater ist das ganze Jahr über rund 1,8 Kilometer dick. Wenn Luft über ihn hinweg weht, wird sie durch das Eis abgekühlt und sinkt zu Boden. Dort fungiert die Luftschicht als Schutzschicht und verhindert, dass sich das Eis erwärmt und schmilzt.

Benannt wurde der Krater nach Sergei Korolev, einem der wichtigsten Männer der russischen Raumfahrtsprogramme. Einige unter dem Raketen-Konstrukteur realisierten Entwicklungen wie die Sojus-Rakete und das Sojus-Raumschiff werden in verbesserter Form noch heute genutzt. Auch beim bekannten Sputnik-Programm. Sputnik 1 war, nachdem er am 4. Oktober 1957 gestartet war, der erste künstliche Erdsatellit auf einer Umlaufbahn und gilt als Startschuss der sowjetischen Raumfahrt.

Auf der Suche nach Leben

Immer wieder ist gerade die Region um den Nordpol des Mars von besonderem Interesse für die Weltraumforschung. So untersucht zum Beispiel das Raumfahrtprogramm Exo-Mars regelmäßig diese Region auf Lebenszeichen oder Spuren vergangener Lebensformen. Exo-Mars hatte seine Arbeit am 28. April dieses Jahres begonnen und sendete mit seinem Colour and Stereo Surface Imaging System (Cassis) mittlerweile ebenso beeindruckende Bilder vom Roten Planeten. Eines davon dokumentiert ein 40 Kilometer langes Teilstück des Kraterrands und zeigt seine faszinierende Form und Struktur sowie sein schimmerndes Eisdepot.