"Chang’e 4" besitzt ein stationäres Landegerät mit zwei Kameras. Der Detektor "Lunar Lander Neutron & Dosimetry" wurde in Deutschland gebaut, ist so groß wie ein Taschenbuch und kann sowohl elektrisch geladene als auch nicht geladene Neutronen-Strahlen messen. "Vermutlich wird China das nächste Land sein, das eine bemannte Mondmission startet. Unsere Messung ist wichtig für die Vorbereitung solcher Missionen", erklärt Projektleiter Robert Wimmer-Schweingruber von der Universität Kiel im Gespräch mit dem Radiosender "Deutsche Welle".

Ein Spektrometer soll Radiofrequenzen aus dem All empfangen. Die Mondrückseite gilt als exzellenter Ort für störungsfreie Messungen, da sie von irdischen Funksignalen abgeschirmt ist.

Test, ob die Kartoffeln wachsen

"Lunare Mini-Bioshäre" heißt ein drei Kilo schwerer Behälter mit Saatgut, um zu testen, wie Kartoffeln und die Ackerschmalwand auf dem Mond gedeihen. Weiters sind biologische Studien mit den Eiern von Seidenraupen geplant. Auch eine Panorama-Kamera, einen Bodenradar für Bohrungen unter die Oberfläche und ein Spektrometer zur Mineralien-Bestimmung sind mit dabei.

China will sich in den Olymp der Raumfahrtnationen zu den USA und Russland katapultieren. In einem nächsten Schritt sollen "Chang’e 5" und "Chang’e 6" Mondmaterial zur Erde bringen. 2017 hatte das Reich der Mitte verkündet, Astronauten zum Mond bringen und mit einer Raumstation 2022 die Arbeit aufnehmen zu wollen. Restriktiver ging man bei der Ankündigungspolitik zum jetzigen Erfolg vor, der sich aus heutiger Sicht hervorragend für die Propagandamaschine geeignet hätte. Die geplante Landezeit wurde allerdings im Vorfeld nicht kommuniziert. China ist ein Spätzünder der Raumfahrt: Erst 2003 schickte es als drittes Land nach der Sowjetunion und den USA Astronauten in eine Erdumlaufbahn. Nasa-Chef John Bridenstone gratulierte. "Erstmals in der Geschichte der Menschheit ist dies gelungen und es ist eine eindrucksvolle Leistung", sagte er am Donnerstag.