Besonders dichte Globulen gebären außerordentlich schwere Sternbabys: Diese Blauen Riesen besitzen oft dutzendmal mehr Masse als unsere Sonne. Ihr Dasein wird nicht in Jahrmilliarden, sondern in Jahrmillionen gemessen – und das nicht trotz, sondern gerade wegen der enormen Masse! Um dem sofortigen Kollaps zu entgehen, muss ihr Kern unvergleichlich viel Strahlung freisetzen. Entsprechend verschwenderisch gehen diese Heißsporne mit ihren Ressourcen um.

Das ist wahrlich Raubbau: Nur achtmal mehr Masse, und schon strahlt ein Blauer Riese mit der 1500-fachen Leuchtkraft unserer Sonne. Er brennt aber auch 180 mal schneller aus. Bei 30-facher Masse ist bereits nach zwei Millionen Jahren Schluss mit der Wasserstofffusion.

Der extremen Energieproduktion wegen hat sich die Oberfläche des Blauen Riesen auf bis zu 30.000 Grad Celsius aufgeheizt. Die wahnwitzigen Kerntemperaturen lassen zunehmend fernere Schichten der Sternhülle zünden: Dort wiederholen sich nach und nach jene Fusionsprozesse, die zuvor nur im Aller-innersten abliefen. Im Zentrum werden derweil Elemente wie Neon oder Silizium geschmiedet. Doch beim Eisen reißt die Kette ab. Es kommt zur ultimativen Energiekrise. Das "Gebälk" über dem Eisenkern bricht ein. Der ungeheure Druck vereint Elektronen und Protonen zu Neutronen.

Totenbuch des Universums

Riesensterne ab acht Sonnenmassen tragen sich somit höchst furios ins Totenbuch des Universums ein. Sie enden in einer gigantischen Supernova-Explosion. Im Feuerball entstehen weitere Elemente wie Kupfer, Gold oder Uran. Die Flut abgestrahlter Neutrinos zerreißt die Sternhülle. Deren Materie rast mit bis zu einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit davon. Bald bildet sie einen viele Lichtjahre weiten Supernovaüberrest.

Die expandierenden Gasfetzen legen noch zehntausende Jahre lang Zeugnis ab von der Katastrophe. An deren Schauplatz bleibt ein extrem verdichteter Neutronenstern zurück: In der rasch rotierenden Kugel mit dem Radius einer irdischen Großstadt ist mehr als eine ganze Sonnenmasse vereint. Auf Erden würde jeder Fingerhut dieser Materie die gesamte Menschheit aufwiegen!

Sternwind, abgestoßene Sternhüllen, Supernova-Explosionen: Sie alle würzen die eingangs erwähnten Molekülwolken mit weiteren schweren Elementen. Ein Teil dieses Elementenschatzes geht später in neuen Sonnen auf, ein Teil in Planeten. Welten wie unsere Erde würden sonst gar nicht existieren. Auch der Sauerstoff in unserer Luft, der Kohlenstoff in unseren Körperzellen oder das Eisen in unserem Blut sind Produkte kosmischen Recyclings. Ohne Leben und Tod vorangegangener Sterngenerationen gäbe es uns nicht.