Sonnenchronik: Nun steigt die Länge der Lichten Tage deutlich, von 9 Stunden 30 am 1. auf 10 Stunden 58 Minuten am 28. Aber noch ist die Erde durch die kürzere Sonnenscheindauer ausgekühlt und der jetzige Zuwachs kommt noch nicht zum Tragen. Ab Sonnenuntergang dauert die bürgerliche Dämmerung bis zum Erscheinen der ersten Sterne rund 33 Minuten und die nautische bis zum Eintritt fast völliger Dunkelheit verkürzt sich von 1 Stunde 11 auf 1 Stunde 8 Minuten. Gesehen von der umlaufenden Erde, erreicht die Sonne als Wandelgestirn im Tierkreis am 19. um 0h04 Mitteleuropäische Zeit den Anfang des Tierkreiszeichens Fische.

Mondchronik: Der 1. Februar bringt den Mond morgens als schmale Sichel Venus nahe, bevor er am 2. Februar in niedrigster Himmelsbahn vom Aufgang zum Untergang zieht und für Wien niedrig nahe Südosten von 6.43 Uhr bis 7.40 Uhr Saturn bedeckt. Zugleich zeigt sich der Mond als zarte Altlichtsichel tief in der Morgendämmerung im Südosten als letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond am 4. Februar.

Erstmals landet an diesem Tag die chinesische Raumsonde "Jadehase" auf der von der Erde fast zur Gänze unsichtbaren und voll erleuchteten Rückseite des Mondes. Die Ursache für diese Unsichtbarkeit liegt im Zusammenspiel von Monddrehung und Mondumlauf: Die Drehungsdauer des Mondes entspricht genau einem Umlauf. Dieser ist jedoch leicht ungleichförmig, sodass wir einmal gewissermaßen ein wenig hinter das eine bzw. das andere "Ohr des Mondgesichts" schauen können. Das ist "Libration in Länge". Durch die leichte Neigung der Mond- zur Erdbahnebene sehen wir einmal mehr auf den Nord- und dann wieder auf den Südpol des Mondes. Das ist die "Libration in Breite". Beide Effekte lassen sich mit freiem Auge als Verschiebung der dunklen Mare-Flecken gegen den Mondrand als "Optische Libration" verfolgen. Erstmals gelang ein Blick auf die Mondrückseite der russischen Sonde "Lunik 3" im Jahr 1959. Schon die Aufnahmen, welche die Besatzung von Apollo 27 Ende 1972 machte, zeigten die störungsfreien Möglichkeiten der Beobachtung vom Mond aus; sie sind von der Rückseite des Mondes klar durch die Abschirmung durch die Erde noch viel besser. Jetzt erleben wir gerade den Beginn von Forschungsmöglichkeiten von der Mondoberfläche aus.

Als feine Neulichtsichel zeigt sich der Mond am 6. Februar erstmals wieder tief in der Abenddämmerung im Westsüdwesten. Nahe Mars steht er am 10. Februar, und am 12. Februar tritt das Erste Viertel im Stier ein. Die Libration lässt uns tags darauf das kleine Mare Crisium so nah als möglich neben dem Mondrand stehen. In höchster Himmelsbahn zieht der Mond in den Zwillingen vom Aufgang bis zum Untergang. Auf den 19. Februar fällt der Vollmond im Löwen in Erdnähe. Wieder ist es die Libration, die uns den Fleck Grimaldi am 25. Februar so nah als möglich am linken Mondrand zeigt. Das Letzte Viertel tritt am 26. Februar im Schlangenträger ein. Sowohl am 2. als auch am 28. Februar steht der Mond nahe Jupiter.

Planetenlauf: Merkur erscheint abends am 14. Februar nahe West-Südwesten tief in der Dämmerung nahe Westen. Er zieht vom Steinbock durch den Wassermann bis in die Fische. Venus steht morgens tief nahe Südosten im Schützen, Mars wechselt von den Fischen in den Widder und hat viel von seinem Glanz verloren. Wir finden ihn abends hoch am Monatsanfang zwischen Südsüdwesten und Südwesten; bis Monatsende sinkt er in den Westsüdwesten. Jupiter strahlt morgens niedrig im Südosten aus dem Schlangenträger. Saturn steht morgens tief zwischen Südosten und Ostsüdosten im Schützen.

Sternenbilderhimmel:Unsere Karte gilt für den 1. Februar, 21.07 Uhr, und 28. Februar, 19.20 Uhr. Sie zeigt den Winterhimmel mit dem durch kleine Kreise bezeichneten Mars und das große Sechseck um Orion, das die hellsten Sterne des Winterhimmels vereint: Rigel im Orion, Aldebaran im Stier, Kapella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen und Sirius im Großen Hund. Eine Fülle interessanter Objekte für das freie Auge wird geboten: Der große Orionnebel unter dem Schwertgehänge des Orion, der Sternenhaufen der Plejaden im Stier, der Doppelsternhaufen h und Chi in der Schwertfaust des Perseus, der sich freisichtig nur als Doppelfleckchen zeigt sowie den Stern Eta im "Himmels-W" der Kassiopeia und Sirius am Hals des Großen Hundes. Einen "Himmelstiefen-Rekord" bildet der Große Andromeda-Nebel neben der Körpermitte der Andromeda: Das Fleckchen ist eine Spiralgalaxie, die größer als unsere Milchstraße und 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt ist, das fernste Objekt, das uns das freie Auge zeigen kann.