Brisbane/Wien. (est) Wissenschafter haben eine Weltkarte der letzten Wildnisse erstellt, die einer von Landwirtschaft und Industrialisierung bedrohten Tierwelt Zuflucht bieten. Das Team der australischen Universität Queensland in Brisbane kartierte unberührte Orte, an denen das Tierreich noch sich selbst überlassen ist, sowie Plätze, an denen die Biodiversität stark vom Menschen bedroht ist.

Studienautor James Allen zeichnet ein ernüchterndes Bild: "Fast ein Viertel der Arten sind in 90 Prozent ihrer Habitate bedroht. 395 Spezies sind überall in Gefahr und werden aussterben, wenn die Bedrohungen nicht verschwinden", wird Allen in einer Aussendung zu der in "Plos Biology" erschienen Studie zitiert.


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Proaktiv die Arten schützen

Das Team untersuchte die Verbreitung von 5457 Arten. 84 Prozent der 2060 Amphibien, 2120 Vögel und 1277 Säugetiere haben besonders stark unter menschlicher Aktivität zu leiden. Zu ihnen zählen die charismatischen Löwen oder Elefanten, die immer mehr Einschränkungen durch den Menschen erfahren.

Schutz findet die Tierwelt nach wie vor im Amazonas-Regenwald, in den Anden, in der Tundra und in den kaltgemäßigten borealen Nadelwäldern Russlands und Nordamerikas. In Südostasien werden die Tiere hingegen aus den tropischen Regenwäldern vertrieben. Besonders stark gefährdet ist die Biodiversität in den Wäldern salztoleranter Mangrovenbäume im Gezeitenbereich tropischer Küsten, in den tropischen und subtropischen Laubwäldern in Südbrasiliens, Malaysiens, Indonesiens, Indiens, Myanmars und Thailands.

Mit der Studie wollen die Autoren Grundlagen für Investitionen in den Artenschutz schaffen. "Viele gefährdete Spezies leben noch. Deswegen können wir jetzt noch proaktiv handeln, um sie zu schützen", hebt Allen hervor.