Wien. Der Marssatellit "ExoMars Trace Gas Orbiter" hat eine Karte von Wassereis-Ablagerungen an der Oberfläche des Roten Planeten erstellt und an den Polen und dem Äquator feuchte Stellen entdeckt, berichteten Forscher bei der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien. Zudem lieferte die Sonde Daten über einen Staubsturm und fand überraschenderweise kein Methan in der Atmosphäre.

Die europäische Weltraumorganisation ESA hat den ExoMars-Spurengas-Orbiter im März 2016 zum Roten Planeten geschickt, den er seit seiner Ankunft umrundet. Auf der noch recht skizzenhaften Karte ist eine wasserreiche Dauerfrost-Oberfläche an den Polen erkennbar. Sie zeige aber auch feuchtes Material in der Äquatorgegend, erklärten die Forscher. Mit den bisherigen Instrumenten war es nicht möglich, herauszufinden, an welchen Stellen sich diese Wasserablagerungen finden. Wo es Wasser gab, könnte es wiederum einmal Leben gegeben haben.

Zerstörerischer Staubsturm

Nur ein paar Monate, nachdem der Marsorbiter seine Arbeit im April 2018 aufgenommen hatte, wütete dort ein Staubsturm, erklärten die Wissenschafter weiter. Dieser hatte den Marsroboter "Opportunity" der Nasa regelrecht ausgeschaltet. Der ESA-Satellit konnte den Sturm allerdings aus sicherer Höhe in 400 Kilometern Entfernung beobachten und untersuchen. Währenddessen war die Mars-Atmosphäre offensichtlich erhitzt. Vermutlich hat der aufgewirbelte Staub Sonnenenergie aufgenommen und an die umgebenden Gase abgegeben, so die Forscher.

Entgegen allen Annahmen hat der Orbiter trotz seiner feinfühligen Messinstrumente kein Methan in der Marsatmosphäre aufgespürt. Früher hatte man solches dort gefunden. Bisher unbekannte Prozesse könnten das Gas sehr rasch aus der unteren Atmosphäre entfernt haben, heißt es.