Das klingt dramatisch, wie geht es Ihrem Kollegen?

Er hat das gut verkraftet. Es ist aber klar, dass wir keinesfalls in die Schusslinie geraten möchten. Solange es gefährlich ist, werden wir nicht damit beobachten.

Kommen noch Teleskope auf der Südhalbkugel dazu?

Die brauchen wir besonders, um das Zentrum unserer Galaxie zu beobachten. Wir versuchen, ein schwedisch-europäisches Teleskop (SEST), das derzeit in Chile steht, nach Namibia zu bringen. Das wäre ideal, um unser Beobachtungsprogramm um einen Standort in Afrika zu ergänzen. Es wäre wissenschaftlich sehr wichtig, aber auch für den Austausch, denn es ist ausdrücklich vorgesehen, die Unis dort mit einzubinden.

Wie entwickeln sich Ihre Studienobjekte langfristig? Können sie uns einmal gefährlich werden oder verschlingen die sich am Ende gegenseitig, bis der Kosmos schließlich aufgefressen ist?

Das ist die große Frage. Ein Schwarzes Loch muss gefüttert werden. Von sich aus frisst es nichts, es muss etwas in die Nähe kommen und hineinfallen. Das allermeiste Material des Universums verschwindet nicht in Schwarzen Löchern. Auf sehr, sehr langen Zeitskalen kann es sein, dass am Ende alles in einem Schwarzen Loch endet. Aber das ist so weit in der Zukunft, dass wir gar nicht wissen, wie sich das Universum bis dahin entwickelt, vielleicht fließt es auch weiter auseinander. Für uns auf der Erde besteht schon die Möglichkeit, dass ein kleines Schwarzes Loch mal auf uns zugeflogen kommt. Aber das ist extrem unwahrscheinlich. Wir können sie also entspannt aus der Ferne beobachten und viel interessante Physik daran machen.