Potsdam. (dpa) Gleich im ersten Monat einer neuen Messkampagne haben Gravitationswellenforscher wahrscheinlich weitere Neutronenstern-Verschmelzungen beobachtet. Es gebe fünf Kandidaten für Gravitationswellen-Ereignisse, teilte das deutsche Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik am Donnerstag mit.

Am 8., 12. und 21. April wurden drei Kandidaten von Verschmelzungen binärer schwarzer Löcher identifiziert, am 25. April folgte die Beobachtung einer möglichen Verschmelzung zweier Neutronensterne, hieß es. Das Signal am 26. April könnte sich als eine nie zuvor beobachtete Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch herausstellen.

"Da im dritten Beobachtungslauf ein größeres Volumen des Universums untersucht wird, können wir seltenere und extremere Ereignisse beobachten", sagte Alessandra Buonanno, Direktorin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam. Die Forscher sind an den Forschungskooperationen Ligo und Virgo beteiligt, die den von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen auf der Spur sind.

Instrumente deutlich verbessert

Gravitationswellen werden durch beschleunigte Massen ausgelöst. Sie strecken und stauchen die Raumzeit ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein die Wasseroberfläche und sind per Laser noch hunderte Millionen Lichtjahre entfernt zu messen. Ein erster direkter Nachweis wurde 2017 mit dem Nobelpreis für Physik an drei US-Forscher ausgezeichnet. Dabei wurden zehn Verschmelzungen von Schwarzen Löchern und eine Neutronensternkollision entdeckt.

Die neuen Detektoren seien empfindlicher als je zuvor, betont Institutsdirektor Karsten Danzmann. Die Forscher hoffen auf neue Erkenntnisse zu Sternenexplosionen und zum Urknall. Vor drei Wochen hatten Astronomen erstmals eine Aufnahme eines Schwarzen Lochs präsentiert.