Gern/Genf. Ein 4000 Grad heißer Planet im Sternbild Schwan entpuppte sich als Fundgrube für Elemente, die nie zuvor in der Atomosphäre eines Exoplaneten festgestellt worden waren. Nachdem sie vergangenes Jahr bereits Eisen- und Titanatome feststellen konnten, berichteten Forscher der Unis Bern und Genf nun von Natrium, Magnesium, Chrom und den seltenen Erden Scandium und Yttrium auf "Kelt-9b".

Rund 650 Lichtjahre entfernt umkreist "Kelt-9b" seinen Stern sehr eng. Durch die Hitze auf der Oberfläche des als "heißer Jupiter" bezeichneten Planeten verdampfen alle Elemente fast vollständig und finden sich in seiner Atmosphäre. Die Forscher untersuchten deren Zusammensetzung mit einem empfindlichen Spektrografen auf einem Teleskop.

Die letzten drei der genannten Elemente wurden noch nie zuvor in der Atmosphäre eines Exoplaneten festgestellt. Seltene Erden kommen auf der Erde selten vor und werden in modernen Materialien und Geräten eingesetzt. Scandium etwa findet Verwendung in Hochleistungs-Leuchtmitteln und in magnetischen Datenspeichern. Yttrium wird etwa in speziellen Legierungen, Leuchtstofflampen und der Nuklearmedizin eingesetzt.

Atome verschiedener Elemente absorbieren jeweils einen spezifischen Teil des Lichts. Das lässt sich mithilfe eines Spektrografen feststellen. Aus dem Muster der Absorptionswellen können Forscher die Zusammensetzung der Atmosphäre ferner Planeten ableiten. "Die Chancen stehen gut, dass wir mit derselben Technik dereinst sogar Biosignaturen, also Anzeichen für Leben, auf einem Exoplaneten finden werden", so die Forscher.