Sheffield/Wien. (gral) Sieht man sich die Liste der unbeliebtesten Bettgenossen des Menschen an, tummeln sich Bettwanzen wohl in den vorderen Rängen. Ob sich T.Rex an ihnen gestoßen hat, ist nicht bekannt. Doch neuesten Forschungen zufolge lebten die Parasiten schon zu seiner Zeit - vor mehr als 100 Millionen Jahren. Sie sind damit wesentlich älter als Fledermäuse, die der Mensch praktisch seit rund 50 Millionen Jahren bewirtet, indem sie regelmäßig in seinen Behausungen nisten. Die Forscher erhoffen sich nun ein besseres Verständnis über die Entwicklung der Bettwanze - auch, um sie besser unter Kontrolle bringen zu können.

Ein internationales Forscherteam um Mike Siva-Jothy von der University of Sheffield sammelte 15 Jahre lang Proben von Brutplätzen und Museen auf der ganzen Welt. Abseits von menschlichen Liegestätten bewohnen die Parasiten auch Vogelnester, Schlafplätze von Fledermäusen oder Behausungen von Eulen, wo sie sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Die Tatsache, dass sie schon vor mehr als 100 Millionen Jahren lebten, "zeigt, dass sie über eine wesentlich komplexere evolutionäre Geschichte verfügen als bisher gedacht", so der Etymologe im Fachblatt "Current Biology".

Die neuen Erkenntnisse würden zu einem besseren Verständnis darüber führen, wie Bettwanzen jene Eigenschaften entwickeln konnten, die sie zu solch effektiven Schädlingen gemacht haben - ebenso darüber, wie Insekten zu Trägern und damit auch Überträgern von Krankheiten werden konnten. Ziel sei es, sie effektiv zu kontrollieren und damit eine Weitergabe von Erregern verhindern zu können.