Wien. "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit", sagte Neil Armstrong am 21. Juli 1969 und 3.56 Uhr MESZ, während er als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte und Millionen Menschen vor den TV-Geräten live zusahen. Es ist einer dieser seltenen Momente, die sich in das kollektive Menschheitsgedächtnis einbrannten und der Raumfahrtgeschichte schrieb.

Die Mondlandung, ein von vielen nie für möglich gehaltenes Ereignis, war ein Spektakel der Raumfahrtingenieurskunst, vor allem aber war sie für die USA ein politischer Sieg. Der Traum von der Mondlandung war auch eine Folge des Zweiten Weltkriegs. Nach dessen Ende wurde die globale politische Macht neu verteilt, zwei Blöcke kristallisierten sich heraus: die Westmächte unter Führung der USA und die Ostmächte unter Führung der Sowjetunion. Eine Systemkonfrontation von Kapitalismus und Kommunismus, die in den Jahrzehnten darauf fast alle Bereiche des wirtschaftlichen und politischen Lebens und bis in den Weltraum hineinreichen sollte.

Das "Space Race"

1957 schoss die Sowjetunion "Sputnik 1" ins All, den ersten künstlichen Erdsatelliten, und verschaffte dem Konflikt damit eine weitere Dimension. Das Zeitalter der Raumfahrt begann. Für die USA war "Sputnik 1" ein Schock. Die Sowjetunion schien die Nase vorn zu haben und über extrem leistungsfähige Raketen zu verfügen. Mit verstärkten Kräften legten die USA nach: 1958 folgte der erste US-Satellit "Explorer 1". Im selben Jahr wurde der Grundstein für den Aufbau der US-Raumfahrtbehörde Nasa gelegt.

Dennoch legte zunächst erneut die Sowjetunion vor: 1959 ließ sie mit "Lunik 2" erstmals eine Sonde auf dem Mond aufschlagen, 1961 wurde Juri Gagarin zum ersten Menschen im Weltraum. Zwar dauerte es nur weniger als einen Monat, bis die Amerikaner mit Alan Shepard auch einen Menschen in den Weltraum geschickt hatten - aber die Russen waren wieder einmal die Ersten. Das "Space Race" wurde hitziger.

US-Präsident John F. Kennedy wollte das Ruder herumreißen, als er 1961 vor den Kongress trat und einen Amerikaner auf dem Mond noch vor Ende des Jahrzehnts ankündigte. Dafür wurde das Projekt "Apollo" ins Leben gerufen. Das Nasa-Budget wurde um 400 Prozent erhöht, rund 400.000 Menschen arbeiteten direkt oder indirekt an "Apollo" mit.

Das rund 24 Milliarden Dollar teure "Apollo"-Projekt lieferte. Zwar brachte "Apollo 1" 1967 einen traurigen Rückschlag, als bei einem Test drei Astronauten ums Leben kamen, aber die Missionen sieben bis zehn schafften es erfolgreich ins All. "Apollo 11" brachte schließlich die Landung, bei der erst Armstrong und dann Buzz Aldrin als erste Menschen den Erdtrabanten betraten. In den folgenden drei Jahren fanden fünf weitere bemannte Landungen statt.