Beginn einer Annäherung

Auf die hitzige Wettbewerbsstimmung und die Siegeseuphorie auf US-Seite folgte schnell Ernüchterung: Waren die teuren Mond-Programme es wirklich wert? "Die Mondlandung war ohne Frage inspirierend und ein entscheidender PR-Sieg für die USA im Raumfahrt-Krieg gegen die Sowjetunion", urteilt das Magazin "The Atlantic" - "aber sie hatte auch einen Preis." Um das Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, wurden alle anderen Projekte der Nasa eingestampft oder verkleinert.

Als die "Schlacht" entschieden war, beendeten sowohl die Sowjetunion als auch die USA ihre teuren Programme rasch wieder, das "Apollo"-Aus kam sogar früher als geplant. 1975 dockten erstmals ein amerikanisches und ein sowjetisches Raumschiff im All aneinander an - der Beginn einer Annäherung, die in der bis heute andauernden Zusammenarbeit vor allem in der Raumstation ISS mündete.

Doch parallel zum wieder wachsenden Zwiespalt zwischen Russland und den USA ist in den vergangenen Jahren auch der Mond wieder in Mode gekommen. Neben Russland und den USA beteiligen sich diesmal auch China, Indien, Israel, Japan, Südkorea und die europäische Raumfahrtagentur ESA am Wettrennen zum Erdtrabanten. Erst kürzlich schaffe Chinas Sonde "Chang’e 4" die Landung.

Monddorf in Planung

Auch immer mehr Private drängen auf den Mond. Im April scheiterte das erste private Mondprojekt der israelischen Organisation SpaceLL noch knapp, es stehen aber weitere Vorhaben in den Startlöchern. Schon unmittelbar nach dem Misserfolg von "Beresheet" kündigte das Team aus Israel einen neuen Versuch an. "Beresheet 2" soll 2021 oder 2022 landen. Auch Tesla-Gründer Elon Musk mit seinem privaten US-Unternehmen SpaceX oder Amazon-Chef Jeff Bezos mit seinem Landegerät "Blue Moon", das von seiner Firma Blue Origin entwickelt wird, wollen sich am neuen Wettlauf beteiligen.

Eilig hat es auch die ESA, für die etwa der Raketenbauer ArianeGroup und das deutsche Unternehmen PTScientists seit Jänner an Plänen für eine - allerdings unbemannte - Landung auf dem Mond vor dem Jahr 2025 tüfteln.

Einstweilen planen Wiener Architekturstudenten ein eigenes Monddorf, wo Forscher, Touristen, Arbeiter und Roboter leben sollen. Sie kreierten dafür nötige Elemente wie einen Flughafen, Trainingsgebäude für Astronomen und ein Ernährungsforschungslabor, in dem Nahrungsmittel für das Leben auf dem Mond gezüchtet werden. Ihre Entwürfe stellen sie in einer eigenen Broschüre vor.

Vorerst jedenfalls bleibt der 2017 gestorbene US-Amerikaner Gene Cernan der letzte Mensch auf dem Mond. Am 14. Dezember 1972 verließ er ihn mit den Worten: "Wir gehen, wie wir kamen, und wenn Gott es so will, werden wir wiederkommen, mit Frieden und Hoffnung für die ganze Menschheit."