Wien. Forschern ist es gelungen, Überträger von Dengue- und Zikafieber lokal auszurotten, wie sie in "Nature" schreiben. Dazu haben sie Mückenmännchen derart manipuliert, dass sie steril wurden. Die chinesischen Forscher um Xi Zhiyong von der Sun Yat-sen Universität in Guangzhou kombinierten dazu zwei "Behandlungs"-Methoden, die bisher nur einzeln zum Einsatz kamen.

So wurden Tigermückenmännchen einerseits mit drei Stämmen parasitischer "Wolbachia"-Bakterien infiziert. Diese Bakterien sorgen dafür, dass die Mückenembryos sterben, wenn die Weibchen nicht von genau denselben Stämmen befallen sind. Die ausgesuchte Dreierkombination kommt in der Natur nicht vor, deshalb handelt es sich hier quasi um großflächige Empfängnisverhütung bei den Mücken - genannt "inkompatible-Insekten-Technologie (ITT).

94 Prozent weniger Mücken

Weil man Millionen von Mücken schwer nach dem Geschlecht untersuchen kann, passierte es in der Vergangenheit, dass bei den ausgesetzten Tieren auch Weibchen dabei waren, die jene Bakterienstämme bekommen hatten. Dies macht die Anstrengungen teilweise zunichte. Deshalb wurden die Mücken zusätzlich mit einer Röntgen-Dosis bestrahlt, die Weibchen unfruchtbar macht, aber die Fortpflanzungsorgane und Samenzellen der Männchen intakt lässt. Diese "sterile-Insekten-Technik" (SIT) wird seit vielen Jahren erforscht und angewendet.

Die Kombination funktionierte so gut, dass ein groß angelegter Feldversuch bei Guangzhou gestartet wurde. Die Forscher setzten Millionen dreifach Wolbachia-infizierte und Röntgen-behandelte Mückenmännchen aus, die wild vorkommende Genossen beim anderen Geschlecht leer ausgehen ließen. In zwei Jahren war die Zahl der Tigermücken um bis zu 94 Prozent reduziert. Die restlichen sechs Prozent waren wieder eingewanderte Exemplare.