Gland. Überfischung bedroht viele Arten von Geigenrochen: Mit der Überarbeitung der Roten Liste sind nun 15 Arten dieser Meeresbewohner neu als vom Aussterben bedroht eingestuft. Dies berichtet die Weltnaturschutzunion IUCN am Donnerstag in Gland in der Schweiz. Auch die Bedrohung von sieben Arten von Primaten sei gestiegen.

"Die Natur geht so schnell zurück wie noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit", sagte Biodiversitätsexpertin Jane Smart laut einer Mitteilung der IUCN. "Nationaler und internationaler Handel tragen zum Rückgang von Arten in den Ozeanen, im Süßwasser und auf dem Land bei. Es braucht in großem Umfang entschiedenes Handeln, um diesen Rückgang aufzuhalten."

Abholzung und Überfischung

Geigenrochen leben im seichten Wasser, etwa im Indischen Ozean, dem Westpazifik, im Ostatlantik und im Mittelmeer. Sie werden gezielt gejagt, landen häufig aber auch als Beifang in den Netzen. Das Fleisch werde verkauft, aus den Flossen würden in einigen Ländern Suppen zubereitet.

Von den sieben betroffenen Affenarten lebten sechs in Westafrika. Laut IUCN verlieren sie ihre Lebensräume, weil Menschen Wälder abholzen, um die Flächen beispielsweise für den Ackerbau zu nutzen. Auch würden die Tiere wegen ihres Fleisches gejagt. Inzwischen seien 40 Prozent der Primatenarten in West- und Zentralafrika vom Aussterben bedroht. Zum Schutz der Tiere brauche es mehr Schutzgebiete und eine bessere Überwachung in den bestehenden. Zudem sollten nachhaltiger Tourismus - etwa Affenbeobachtungen - und die Suche nach Fleischalternativen gefördert werden.(apa/dpa)