Bern. Forscher der Universität Bern haben Hinweise gefunden, dass ein vulkanisch aktiver Mond einen Exoplaneten umkreist. Mond und Planet befinden sich außerhalb des Sonnensystems in 550 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Der Mond sei eine extreme Version des Jupitermonds Io, dem vulkanisch aktivsten Himmelskörper unseres Sonnensystems, vermutet das internationale Forschungsteam.

"Es wäre eine gefährliche, vulkanische Welt mit einer geschmolzenen Oberfläche aus Lava", sagte Apurva Oza von der Universität Bern. Der Forscher vergleicht den Mond, der den Exoplaneten Wasp 49-b umkreist, mit der Lava-brodelnden Welt im dritten Teil der "Star Wars" Filmreihe, wo sich zwei der Hauptfiguren den großen Showdown liefern. Jedoch sei der nun beschriebene Mond wahrscheinlich sogar noch exotischer als die Science-Fiction-Welt, denn er umkreise einen heißen Riesenplaneten, der innerhalb von knapp drei Tagen seinen Mutterstern umkreist, wie die Uni Bern schrieb.

Erkenntnisse auf Indizienbasis

Die Erkenntnisse beruhen auf Indizien: Beim Exoplaneten Wasp 49-b, der sich im Sternbild Hase unterhalb des Orion befindet, stellten die Wissenschafter ungewöhnliche Mengen an Natriumgas fest. "Das neutrale Natriumgas ist so weit vom Planeten entfernt, dass es höchstwahrscheinlich nicht bloß von einem planetaren Wind ausgestoßen wird", erklärte Oza. Bereits 2006 hatten Forschende gezeigt, dass große Natriummengen bei Exoplaneten auf einen versteckten Mond oder Materiering hindeuten können.

Durch Berechnungen und Vergleich mit Beobachtungen vom Jupiter und seinem Mond Io schloss das internationale Forschungsteam, dass ein Io-ähnlicher Mond eine sehr plausible Erklärung für die großen Natriummengen sein könnte. Das Natrium sei genau dort, wo es sein sollte, so Oza. Wie die Wissenschafter im Fachblatt "The Astrophysical Journal" berichten, kann ein kleiner Gesteinsmond durch extremen Vulkanismus sogar mehr Natrium und Kalium ins All schleudern als ein großer Gasplanet.

Der "Planet" könnte ein Gasring sein

Hundertprozentig sicher, dass es bei Wasp 49-b einen vulkanisch aktiven Mond gibt, können sich die Forschenden indes nicht sein, auch wenn es eine plausible Erklärung für die Beobachtungen wäre. Möglich wäre auch, dass der Exoplanet von einem Ring aus ionisiertem Gas umgeben ist. Es brauche daher weitere Hinweise und Beobachtungen, sagte Oza. (apa)