Paris/Wien. (gral/apa) Erstmals haben Astronomen Wasserdampf in der Atmosphäre eines fernen Planeten entdeckt. Er umkreist seinen Stern zudem in der sogenannten bewohnbaren Zone, skizzieren zwei Wissenschafterteams im Fachblatt "Nature Astronomy". Damit erfüllt der Exoplanet namens K2-18b die Voraussetzungen für potenzielles Leben. Es ist ein wichtiger Schritt auf der Suche nach Zeichen von Leben außerhalb unseres Sonnensystems, betonen die Forscher.

Der Himmelskörper wurde schon im Jahr 2015 mit dem US-Weltraumteleskop Kepler entdeckt. Er umkreist die Sonne K2-18, einen roten Zwergstern im Sternbild Löwe, in der habitablen Zone - also einem Abstand von seiner Muttersonne, der die dauerhafte Existenz flüssigen Wassers auf seiner Oberfläche ermöglichen könnte. K2-18b besteht wahrscheinlich aus Silikaten wie die Erde, Mars und Venus sowie aus Eis.

Die Entdeckung ist "unglaublich spannend", denn der Planet hat lediglich den zweifachen Durchmesser der Erde. Über die Atmosphäre solch kleiner Welten sei nur wenig bekannt, so der Astronom Angelos Tsairas vom University College London zum Fund. "Wir können nicht daraus schließen, dass sich flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Exoplaneten befindet, aber ich denke, dass dies sehr gut möglich ist", betonte Mit-Autorin Giovanna Tinetti, die ebenfalls am University College in London forscht.

Drei mögliche Szenarien

Zudem herrsche auf dem Planeten eine Temperatur, die jener der Erde sehr ähnlich sei. Die Forscher skizzieren drei mögliche Szenarien über den Zustand des Planeten. So könnte dessen Atmosphäre zwar wolkenlos sein, aber 20 bis 50 Prozent aus Wasser bestehen. Die beiden weiteren Szenarien beschreiben unterschiedliche Mengen an Wolken und anderen Molekülen in der Atmosphäre, die zwischen 0,01 und 12,5 Prozent Wasser enthalten könnte.

Das Vorhandensein alleine von Wasser bedeute allerdings nicht, dass der Planet ein guter Platz für Leben ist, so die Wissenschafter weiter. Als Beispiel nennen sie die Venus. Sie ist ein erdgroßer Planet, in der habitablen Zone ihres Sterns. Auch ihre Hülle beinhaltete einmal Dampf - die Sonne allerdings hat zum Abbau des Wassers beigetragen und die Planetenoberfläche schließlich so karg werden lassen.

Die Forscher schließen aufgrund der gewonnenen Daten bei K2-18b nicht nur auf Wasserdampf, sondern sehen auch Anzeichen, dass dieser zu flüssigem Wasser kondensieren könnte - und umgekehrt. Das wäre das erste Mal, dass Astronomen einen solchen Wasserzyklus in einer so kleinen, weit entfernten Welt beobachten können.

Hoffen auf James Webb

Die Forscherteams nutzten für die Auswertung Archivdaten des Hubble-Teleskops und verschiedener Sonden. Für weitere Untersuchungen hoffen sie nun auf die nächste Generation an Weltraumteleskopen. So könnte etwa das James Webb Space Teleskop, das im Jahr 2021 gestartet werden soll, Details herausfinden. Bereits seit April 2018 ist der Nasa-Satellit Tess im All unterwegs. Er soll in den nächsten Jahren weitere Supererden wie K2-18b finden.